CDU/FW-Ortschaftsratsfraktion Wettersbach unterstützt bessere ÖPNV-Verbindungen zur Erreichung der Verkehrswende

Höhere Fahrgastzahlen können nur durch bessere ÖPNV-Angebote bewirkt werden. Neue und bessere Busverbindungen in die Karlsruher Innenstadt, zum Bahnhof Durlach und nach Ettlingen sowie zur S5/S51 Richtung Pforzheim sind sinnvolle Ergänzungen.

- Update 31.10.2021: Neue Nachtlinien (nightliner) ab 12.12.2021
- Update 02.10.2021: 365 Euro Jugendticket für B-W wird 2022 eingeführt
- Update 24.08.2021: Anbindung des P+M-Parkplatzes A8 Karlsbad an den ÖPNV

- Update 01.12.2021: Änderungen zum 12.12.2021 eingearbeitet


Wir haben uns ausführlich mit dem Thema ÖPNV befasst und kurzfristige sowie langfristige Ziele formuliert.  

 

Hier die Kurzfassung unseres ÖPNV-Konzeptes:

Als wir in den Jahren 2019 und 2020 unser erstes Nahverkehrskonzept zusammengestellt haben, lautete unsere Fragestellung:

„Was muss ein zukünftiger ÖPNV in unserer Region bieten, damit wesentlich mehr Autofahrer in Bus und Bahn umsteigen?“

Im Jahre 2021 müssen wir uns wegen der Corona-Krise folgende zusätzliche Frage stellen:

„Was muss der ÖPNV bieten, um die verlorengegangenen Fahrgäste wieder zurückzugewinnen und zusätzlich die Fahrgastzahlen zu verdoppeln?“

Unser Standpunkt:

  • Der Bund und das Land Baden-Württemberg streben eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2030 (Bezugsjahr 2010) und einen massiven Ausbau des ÖPNV an. Hierzu soll die neue Mobilitätsgarantie (Nahverkehrs-Garantie) ein neuer Mindeststandard für den ÖPNV in Baden-Württemberg werden.
  • Wir freuen uns, dass die Grün-Schwarze-Landesregierung ab Herbst 2022 ein 365-Euro-Jugend-Ticket "Für 365 Euro im Jahr 365 Tage fahren" einführt. Für einen Euro am Tag können dann Jugendliche, Schüler, Azubis und Studenten alle Busse und Bahnen in ganz Baden-Württemberg nutzen.
  • Wir unterstützen die Ziele des am 28.04.2020 vom Karlsruher Gemeinderat beschlossene Klimaschutzkonzept, bei dem unter anderem zur Erreichung der Klimaziele, die Fahrgastzahlen im ÖPNV auch in Karlsruhe verdoppelt werden sollen.
  • Bessere und neue Busverbindungen müssen auch in Karlsruhe gefördert werden.
  • Die hierfür erforderlichen Finanzmittel werden die Finanzkraft der Kommunen (besonders auch von Karlsruhe) übersteigen. Zur Verwirklichung dieser Ziele müssen vom Bund und vom Land die benötigten Gelder zur Verfügung gestellt werden. Mit Antworten des KVV zu früheren Anträgen, wie "das ist wegen Sparzwängen nicht möglich" oder „das kostet viel Geld und rechnet sich nicht“ können wir die gesteckten Ziele nicht erreichen.
  • Trotz der Corona-Krise wollen wir bei den ÖPNV-Planungen langfristig denken und planen. Wir sind der Meinung, dass der ÖPNV auch zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen muss.
  • Als Hauptpunkt zukünftiger Verkehrskonzepte sehen wir die Entwicklung eines effektiveren öffentlichen Personennahverkehrs. Nach dem Motto „vorbei am Stau setzen wir uns für einen gut ausgebauten, zuverlässigeren und pünktlicheren Personennahverkehr mit Zukunftsvisionen, insbesondere für die Verbindungen in die Karlsruher Innenstadt, ein.
  • Verbesserte und schnelle Verbindungen mit möglichst wenigen Umstiegen animieren die Bürger am ehesten, Bus und Bahn zu benutzen. Um die Fahrgastzahlen beim ÖPNV zu verdoppeln, muss auch das Angebot zu den meisten Zeiten verdoppelt werden, da die Busse und Bahnen zur Hauptverkehrszeit heute bereits gut ausgelastet sind.
  • Die geplante Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2030, im Vergleich zu 2010, würde beim Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) über 350 Millionen Fahrgäste bedeuten. Hierzu muss der ÖPNV auch bei uns massiv ausgebaut werden.

Verdoppelung der KVV-Fahrgastzahlen 2010 - 2030

Wir haben unser ÖPNV-Konzept erarbeitet, um Angebotsverbesserungen herbeizuführen. Günstigere oder auch kostenlose Verbindungen locken den Pkw-Fahrer nicht auf Bus und Bahn umzusteigen, wenn das Angebot nicht passt.

Berufspendler - Pendlerströme 

Im Detail haben wir uns folgende Frage für die Berufspendlern im Bereich der Karlsruher Bergdörfer gestellt:

„Welche Verbindungen müssen wir unseren heutigen Autofahrern bieten, damit diese als Berufspendler zum ÖPNV umsteigen und die Fahrgastzahlen verdoppelt werden?“

Hier einige Beispiele für Fahrten ab Grünwettersbach-Mitte

  • Alle Anschlüsse und Ziele im Bereich des Hauptbahnhofes sind sehr gut zu erreichen.

  • Fahrt von Grünwettersbach-Mitte zum Bahnhof Durlach
    • heute mit PKW 11 bis 12 Minuten
    • heute mit ÖPNV: 1 x Umsteigen und Fußweg, 23 bis 28 Minuten
  • Bahnfahrt Richtung Enzkreis - Pforzheim – Stuttgart
    • heute mit PKW nach Bahnhof Kleinsteinbach oder Wilferdingen 15 bis 18 Minuten
    • heute mit ÖPNV nur über Hauptbahnhof oder Durlach möglich. Nach 38 bis 48 Minuten fährt man mit der Bahn in Kleinsteinbach/Remchingen wieder an unseren Bergdörfern vorbei
  • Fahrt zur Südoststadt / Wolfartsweierer Straße / Ludwig-Ehrhard-Allee:
    • heute mit PKW 10 bis 12 Minuten
    • heute mit ÖPNV: 2 x Umsteigen, 32 bis 34 Minuten
  • Fahrt zum Industriegebiet Killisfeld / Dieselstraße / Maybachstraße
    • heute mit PKW 10 bis 12 Minuten
    • heute mit ÖPNV: 2 oder 3 x Umsteigen, 31 bis 40 Minuten
  • Fahrt zum Industriegebiet Ettlingen West:
    • heute mit PKW 12 bis 18 Minuten
    • 3 oder 4 x Umsteigen, 45 bis 55 Minuten
  • Fahrt Bereich Durlacher Tor / KIT Süd (Zentraler Umsteigeknoten)
    • heute mit PKW ca. 15 Minuten
    • heute mit ÖPNV: 1 x Umsteigen, 28 Minuten
  • Fahrt Bereich Weststadt / Entenfang (Zentraler Umsteigeknoten)
    • heute mit PKW 20 bis 22 Minuten
    • heute mit ÖPNV: 2 oder 3 x Umsteigen, 38 bis 46 Minuten
  • Auch die Qualität des ÖPNV in unseren Nachbargemeinden ist uns wichtig, da der PKW-Verkehr von dort teilweise durch unsere Orte rollt.
    • Karlsbad und Waldbronn: Die S11 hat nur einen 30 Minuten Takt und die teuersten Fahrpreise (5 bzw. 4 Waben)
    • Positive Voraussetzungen in Pfinztal: Ab Söllingen 10-Minuten-Takt mit der S5/S51 nach KA und Fahrpreis aus ganz Pfinztal nach Karlsruhe nur 3 Waben

In folgenden Bereichen sehen wir beim ÖPNV Potential und Bedarf für Ergänzungen und Verbesserungen:

Pendlerströme im Bereich der Karlsruher Höhenstadtteile

Unsere Hauptforderungen für den Bereich der Karlsruher Bergdörfer:

  • Busspuren an der Südtangente, bzw. Busstraßen in die Innenstadt, um bei Verkehrsstockungen schneller als der PKW-Verkehr mit den Buslinien 44 und 47 in die Innenstadt zu kommen. Durch Zunahme des LKW- und PKW-Verkehrs werden die Behinderungen in Richtung Innenstadt weiter zunehmen.

  • Direktverbindung zur Hauptverkehrszeit für Berufspendler zum Durlacher Tor / KIT-Campus Süd. Diese kann durch eine umsteigefreie Verlängerung der Buslinie 47A vom Zündhütle über die Südoststadt bis Durlacher Tor relativ einfach verwirklicht werden. Dort bestehen Umsteigemöglichkeiten in alle Richtungen. Die Linie 47A verkehrt heute als Verdichtungstakt zur Hauptverkehrszeit zwischen Waldbronn / Palmbach und der Haltestelle „Durlach-Zündhütle“. Die wachsende Südoststadt ist heute aus Richtung Zündhütle kommend, nicht direkt erreichbar.

  • Schnellbusse zur Hauptverkehrszeit von den Bergdörfern über das Zündhütle und die Südtangente zur Haltestelle Entenfang. Die westlichen Stadtteile könnten so, in einer auch für Autofahrer interessanten Fahrzeit, zu erreichen sein. Für die knapp 10 km lange Strecke zwischen Zündhütle und Entenfang ergibt sich bei freier Südtangente ein Zeitvorteil von 15 bis 20 Minuten, im Vergleich zu den heutigen ÖPNV-Verbindungen. Am Entenfang bestehen zahlreiche Umsteigemöglichkeiten zu verschiedenen Bahn- und Buslinien.

  • Durchgehender 20-Minutentakt der Linie 47 auch in den Abendstunden sowie am Wochenende ganztags.

  • Taktverdichtung und Taktangleichung der Buslinie 107 Bahnhof Durlach - Zündhütle - Ettlingen. Von den Höhenstadtteilen kommend, gibt es Bedarf für Fahrten nach Ettlingen-Stadt und zum Bahnhof Durlach. Diese Verbindungen sind heute sehr unattraktiv. Die Linie 107 sollte einen 20 Minuten-Takt (oder 20/40-Minuten-Takt) bieten, damit am Zündhütle immer Umsteigemöglichkeiten ohne Wartezeiten angeboten werden können.
    Für eine bessere Anbindung zum Industriegebiet Ettlingen-West müssen ebenfalls Lösungen gefunden werden.

  • Verlängerung der Buslinie 47 von Stupferich bis Bahnhof Wilferdingen-Singen (Remchingen) mit Anbindung an die Stadtbahn S5/S51, IRE1und RB17a nach Pforzheim - Stuttgart. Hierdurch kann eine Fahrzeitverkürzung von 20 bis 30 Minuten nach Pforzheim oder Stuttgart erzielt werden. Aufgrund unserer Lage am östlichen Stadtrand gibt es bei uns viele Einwohner, die im Enzkreis und in Pforzheim ihre Arbeitsplätze haben. Bisher muss umständlich über KA-Hauptbahnhof oder Bhf. Durlach in Richtung Pforzheim gefahren werden. Auch in der Gegenrichtung besteht Bedarf, durch die neuen Gewerbegebiete in den Höhenstadtteilen.

  • Einen Beitrag zur Entlastung der Karlsruher Innenstadt sehen wir mit der Anbindung des P+M-Platzes am Autobahnanschluss Karlsbad als P+R-Platz an den ÖPNV. Hier fahren die Buslinien 47 und 158 vorbei. Mit den derzeit laufenden Planungen zur Vergrößerung des P+M-Parkplatzes sollte ein kombinierter P+M- und P+R-Parkplatz als Mobilitätsknoten entstehen, der den örtlichen und überörtlichen PKW-Verkehr mit dem ÖPNV vernetzt. Auswärtige PKW-Fahrer, die von der Autobahn oder den benachbarten Landkreisgemeinden mit dem Fahrziel Karlsruhe Innenstadt kommen, können so zum Umstieg in den ÖPNV animiert werden. Alle außerhalb von Karlsruhe abgestellten Fahrzeuge entlasten die verstopfte Innenstadt.Zukünftige Stadtbahnverbindung von Wolfartsweier bis Palmbach?
     
  • Langfristig soll eine Stadtbahnverbindung vom Zündhütle mit Anschluss in die Höhenstadtteilen, mit schneller Anbindung in die Innenstadt, geprüft werden. Diese Verbindung ist bereits im Nahverkehrsplan 2014 und im Flächennutzungsplan 2030 bis Palmbach enthalten. Außerdem ist eine ÖPNV-Seilbahn in die Höhenstadtteile in der KVV-Netzkonzeption 2020/2030 als alternative ÖPNV-Verbindungen bis nach Palmbach angedacht.

- - - Ende der Kurzfassung - - -

Im Folgenden haben wir die genannten Punkte und weitere Anregungen in der Ausarbeitung begründet und mit Fahrzeiten und Zahlen hinterlegt.


Unser ausführliches ÖPNV - Konzept mit Bestandsaufnahme, Statistik, Begründungen und Zukunftsvisionen:


ÖPNV der Zukunft in den Karlsruher Bergdörfern

Liebe Bürgerinnen und Bürger aus Palmbach und Grünwettersbach und den angrenzenden Orten,

in den Jahren 2020 und 2021 brachen wegen Corona die Fahrgastzahlen dramatisch ein. Es wird eine längere Zeit dauern, bis die frühere Anzahl der Fahrgäste wieder erreicht wird. Dies betrifft auch die Buslinien im Bereich unserer Karlsruher Bergdörfer. Um die zum Pkw abgewanderten Pendler wieder vom ÖPNV zu überzeugen und eine große Anzahl neuer Fahrgäste zu werben, sind Verbesserungen im Angebot, sowie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit die wichtigsten Voraussetzungen.

Wir wollen bei unseren ÖPNV-Planungen langfristig denken und planen. Wegen der jetzt schwierigeren Haushaltslage bei der Stadt Karlsruhe wird es zukünftig schwerer sein, neue Projekte zu finanzieren. Wir wollen trotzdem dranbleiben, um schrittweise Verbesserungen umsetzen zu können. Mit dem Klimapaket und den neuen ÖPNV-Förderungen von Bund und Land wird der ÖPNV in den nächsten Jahren mit Milliardenzuschüssen gefördert. Auch der Baden-Württembergische Verkehrsminister Wilfried Hermann will trotz der Corona-Krise an seinem Ziel festhalten, die ÖPNV-Nutzung bis zum Jahre 2030 (Bezugsjahr 2010) zu verdoppeln. Es ist daher wichtig, vorbereitete Konzepte zu haben, um mit zukünftigen Fördermitteln Angebotsverbesserungen und neue Linien umsetzen zu können.

Alle in diesem Bericht aufgeführten Anregungen und Beschlüsse des Ortschaftsrates Wettersbach wurden jeweils von allen im Ortschaftsrat vertretenen Fraktionen mitgetragen und unterstützt.


Wie sieht der "ÖPNV der Zukunft" in Wettersbach und in unserer Region aus?

Wir leben in bewegten Zeiten. Mobilität als allgemeines Bedürfnis stellt uns aktuell vor erhebliche Herausforderungen, insbesondere durch die geografische Lage unserer Stadtteile am Karlsruher Autobahndreieck. Die Verkehrsbelastung spielt in unseren beiden Ortschaften ein zentrales Thema, für welche wir als Ortschaftsratsfraktion Lösungen suchen. Palmbach und Grünwettersbach werden maßgeblich durch die L623 geprägt, die durch unser Wettersbach führt. Neben dem reinen Anliegerverkehr besteht die Herausforderung, bestmögliche Lösungen für den Durchgangsverkehr sowie den Autobahnumgehungsverkehr zu finden.

Die CDU/FW-Ortschaftsratsfraktion hat sich intensiv mit der Zukunft unserer Stadtteile Palmbach und Grünwettersbach beschäftigt und ein Zukunftspapier „Wettersbach 2030“ erstellt. In diesem Papier ist das Thema „Verkehrsentlastung durch besseren ÖPNV“ eines der Hauptthemen, welches wir hier ausführlich beschreiben. Zum Thema Verkehrsbelastung wegen Autobahnbaustellen und anderen Staulagen auf der BAB 8 haben wir ebenfalls Anträge gestellt. (Siehe Rubrik "Anträge und Anfragen")

Reduzierung der Verkehrsbelastung

Bus 47 an der Haltestelle Palmbach-Kirche in Richtung HauptbahnhofDie Reduzierung des individuellen Personenverkehrs und den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs sehen wir, nicht erst seit der öffentlichen Diskussion um den Klimawandel, als eine politische Aufgabe mit Vorrang an. Die Hauptaufgabe ist in der Erarbeitung von Lösungen zur Reduzierung der Verkehrsbelastung in unseren Ortsdurchfahrten zu sehen. Hierzu haben wir seit mehreren Jahren zahlreiche Anträge im Ortschaftsrat gestellt, die vom Rat auch beschlossen wurden. Bei einem Fahrzeugbestand von über 4.000 Fahrzeugen in Wettersbach und insgesamt knapp 10.000 Fahrzeugen in den Bergdörfern verursachen die Einwohner in der Region Bergdörfer täglich ungefähr 40.000 eigene Fahrzeugbewegungen im Bereich unserer Höhenstadtteile. Diese Anzahl an Fahrten können nach unserer Meinung durch zukünftige neue Verkehrskonzepte reduziert werden.

Mit der Umsetzung unserer Anträge wollen wir einen Beitrag zur Mobilitätswende leisten. Wir streben zur Verkehrsminderung neue Verkehrskonzepte für die Karlsruher Höhenstadtteile an, hierzu ist bspw. ein neues Verkehrsentwicklungskonzept zu erstellen.

Was muss ein zukünftiger ÖPNV in unserer Region bieten, damit wesentlich mehr Autofahrer auf Bus und Bahn umsteigen?

Zurzeit wird intensiv nach möglichen Stadtbahnerweiterungen durch Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken gesucht und diese bewertet. Das ist erfreulich und macht Sinn, bringt uns jedoch im Bereich unserer Karlsruher Höhenstadtteile nicht weiter. Leider steht der Ausbau des Busliniennetzes bei der Stadt Karlsruhe bisher nicht an einer vorderen Stelle.

Unsere Lösungsvorschläge:

Mit der Verwirklichung von Mobilitätsknoten, also der Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel, wollen wir unser Ziel, eine Verkehrsminderung des ortseigenen PKW-Verkehrs erreichen. In unseren Karlsruher Höhenstadtteilen wird es nicht möglich sein, einen großen Mobilitätsknoten für alle Verkehrsarten zu entwickeln, wir halten daher die Entwicklung mehrerer kleiner Mobilitätsknoten für richtig und machbar. So soll zukünftig nicht jeder auf sein eigenes Fahrzeug angewiesen sein. Wir wollen es den ca. 16.800 Einwohnern (7.900 Haushalte) in den Karlsruher Bergdörfern leichter machen, dass sie ihr Auto auch mal stehen lassen können.

Selbstverständlich unterstützen wir auch den Ausbau des ÖPNV in unseren benachbarten Landkreisgemeinden. Wenn dort durch einen besseren ÖPNV die Bus- und Bahnverbindungen nach Karlsruhe mehr genutzt werden, verringert sich ebenfalls der Autoverkehr durch unsere Höhenstadtteile. Daher wollen wir auch die Jahrzehnte bestehenden ÖPNV-Trennungen an den Grenzen der Karlsruher Höhenstadtteile zu den benachbarten Landkreisgemeinden abbauen.

Berufspendler

Aus der neuen Statistik "Pendlerverflechtungen von und nach Karlsruhe 2009 - 2019" (Stand Juli 2020) geht hervor, dass der Pendlerverkehr nach Pforzheim und den Enzkreis (Auspendler mit Wohnort Karlsruhe) in den letzten 10 Jahren um 39% zugenommen hat. Ebenso hat die Zahl der Pendler nach Waldbronn, Karlsbad und Pfinztal zugenommen. In der Gegenrichtung haben die Einpendler aus Pforzheim und dem Enzkreis nach Karlsruhe seit 2009 um 29% zugelegt. Von den Pendlerströmen von und nach Pforzheim und den Enzkreis sind besonders die östlichen Stadtteile betroffen, da von hier viele ihren Arbeitsplatz in den benachbarten Landkreisgemeinden und im Enzkreis haben.

Berufspendler in Richtung Bergdörfer

Gab es früher fast nur Berufspendler nach Karlsruhe, so nahm die Zahl der Personen, die zum Arbeiten in die Höhenstadtteile fahren, in den letzten Jahren zu. In Stupferich siedelten sich neben den alteingesessenen Unternehmen im Gewerbegebiet Windelbachstraße und auf dem Möbel-Becker-Areal zahlreiche Firmen an. Auch das Grünwettersbacher Gewerbegebiet "Zur Seeplatte" bietet eine große Anzahl von Arbeitsplätzen. Da sich im neuen Palmbacher Gewerbegebiet Winterrot, in der Rudolf-Link-Straße, zurzeit hauptsächlich größere Unternehmen aus den benachbarten Landkreisgemeinden, sowie aus dem Enzkreis und Pforzheim ansiedeln, entsteht hier schon kurzfristig ein weiterer Bedarf aus Richtung unserer Landkreisgemeinden. Daher sollen zukünftig Waldbronn, Karlsbad und Pfinztal mit unseren Höhenstadtteilen besser vernetzt sein.
Bereits im neuen Gewerbegebiet angesiedelt haben sich die Unternehmen CML Europe GmbH (bisher Waldbronn), ProMotion Industrie-Elektronik GmbH (bisher Waldbronn), Volkmann Reifen und Service (Neugründung) und die Firma Wiggert & Co. GmbH (Hauptsitz Karlsruhe - Durlach). sowie das Business Hotel Winterrot. Im Jahre 2021 hat die die Firma Piston Holding GmbH, mit den Firmen Edeka - Piston GmbH & Co. KG, Piston Verwaltungs GmbHZOO & Co. Baden GmbH und GöPi GmbH (alle bisher Karlsbad) mit ihrem neuen Verwaltungs- und Produktionsgebäude begonnen. Ebenso haben die Palmbacher Firmen Xtal GmbH und Esteem-Clothing mit ihrem gemeinsamen Firmengebäude begonnen. Auch die  geplante Erweiterung der Firma PI - Physik Instrumente GmbH (Auf der Römerstraße, Gewerbegebiet "An der Ochsenstraße") mit dann bis zu 1.000 Arbeitsplätzen, wird weiteren Bedarf aus Karlsbad, Waldbronn und Pfinztal mit sich bringen.Einwohnerstatistik Karlsruhe-Bergdörfer 2021

Bevölkerungswachstum

Durch neue Wohn- und Gewerbegebiete können die Einwohnerzahlen der Karlsruher Höhenstadtteile in den nächsten 10 Jahren voraussichtlich um ca. 3.200 neue Einwohner wachsen. Außerdem entstehen bis zu 2.000 neue Arbeitsplätze.
Im neuen Flächennutzungsplan (FNP 2030) sind folgende Baugebiete geplant:

  • Stupferich 490 Wohneinheiten + 0,8 ha Gewerbe
  • Palmbach 400 Wohneinheiten + 12,2 ha Misch- und Gewerbegebiet
  • Grünwettersbach 205 Wohneinheiten
  • Hohenwettersbach 160 Wohneinheiten
  • Wolfartsweier 44 Wohneinheiten + 2,1 ha Misch- und Gewerbegebiet.

Mobilitätsverhalten 2012 in Karlsruhe

Aus dem Gutachten "Mobilitätsverhalten 2012 - Stadt Karlsruhe und Nachbarschaftsverband Karlsruhe (NVK)" sind folgende Zahlen zu entnehmen:
Im Stadtgebiet Karlsruhe I (Bergdörfer mit Bergwald, ohne Wolfartsweier) wurden täglich 2.991 Verkehrswege zurückgelegt.
Diese teilten sich wie folgt auf:

  • 20,9% wurden zu Fuß zurückgelegt
  • 4,0 % mit dem Fahrrad
  • 46,1% mit motorisiertem Individualverkehr als Fahrer (z.B. PKW)
  • 14,1% mit motorisiertem Individualverkehr als Mitfahrer
  • 14,3% mit dem ÖPNV (Nahverkehr)
  • 0,6% mit dem ÖV-Fernverkehr

Unser Ziel ist es, durch verschiedene Maßnahme den Anteil am Fahrradverkehr, Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und als Mitfahrer (Fahrgemeinschaften) zu stärken, um so den eigenen PKW-Verkehr in unseren Stadtteilen nicht weiter ansteigen zu lassen.

 Mobilitätsverhalten 2012 - Stadt Karlsruhe - Bergdörfer Mobilitätsverhalten 2012 - Stadt Karlsruhe - Bergdörfer

 

Neue ÖPNV-Konzepte gefordert

Als Mittelpunkt der Mobilitätsknoten sehen wir die Entwicklung eines effektiveren öffentlichen Personennahverkehrs. Nach dem Motto „vorbei am Stau“ setzen wir uns für einen gut ausgebauten, zuverlässigeren und pünktlicheren Personennahverkehr mit Zukunftsvisionen, insbesondere für bessere Verbindungen in die Innenstadt, ein. Verbesserte Verbindungen animieren die Bürger am ehesten, auf Bus und Bahn umzusteigen. Günstige Preise sehen wir daher als wichtig, aber zweitrangig an. Das ab Herbst 2022 kommende 365,- € Jahresticket halten wir nicht nur für Jugendliche, Schüler und Auszubildende,  sondern auch für finanziell schwache Bürger für wichtig.

Bushaltestelle Durlach - ZündhütleIm Ortschaftsrat haben wir Anfang 2019 die Erarbeitung von Konzepten beantragt, um eine zuverlässige und pünktliche ÖPNV-Verbindung zwischen Wettersbach bzw. den Höhenstadtteilen und der Innenstadt zu erreichen. Auf der Südtangente kommt es während den Hauptverkehrszeiten fast täglich zu Stauungen, was zu Verspätungen im Linienverkehr der Buslinien 44 und 47 führt. Dies kann zur Folge haben, dass Fahrgäste Anschlüsse am Hauptbahnhof und im städtischen Nahverkehrsnetz verpassen, und dadurch verspätet zum Arbeitsplatz oder zur Schule kommen. Auch die Anschlüsse am Umsteigeknoten Zündhütle funktionieren dann nicht.

Für die nächsten Jahre wird eine Zunahme des LKW- und PKW-Verkehrs von circa 30% prognostiziert, was dauerhafte Verkehrsbehinderungen auch auf der Südtangente zur Folge haben wird. Gleichzeitig sollen, durch neue Wohn- und Gewerbegebiete, die Einwohnerzahlen der Karlsruher Höhenstadtteile um ca. 3.200 Einwohner und um bis zu 2.000 neuen Arbeitsplätzen wachsen.

Eine Momentaufnahme

KVV Liniennetzplan Bus und Schiene (Ausschnitt)

In den Karlsruher Höhenstadtteilen werden folgende Busverbindungen angeboten:   (Stand 12. Dezember 2021)

Stadtteil Stupferich

Buslinie 47: Stupferich – Zündhütle KA-Hauptbahnhof (> werktags Weiterfahrt als Bus 55 Kühler Krug)
Taktung: Montag – Freitag alle 20-Minuten, ab 20 Uhr 20/40-Minuten, Samstag alle 20-Minuten, ab 18 Uhr 20/40-Minuten, sonntags ganztags 20/40-Minuten.

Buslinie 23: Stupferich – Thomashof Durlach-Schlossplatz/Turmberg  (> Weiterfahrt als Bus 21 Grötzingen)
Taktung: Montag - Freitag 20-Minuten, ab 21 Uhr stündlich, Samstag 20-Minuten, ab 18 Uhr stündlich, sonntags stündlich.
Weiterfahrt als Bus 21 nach Grötzingen. Innerhalb 19 Minuten erreicht man den Bahnhof Grötzingen mit Anschluss an die S4 Richtung Heilbronn und S5/S51 nach Pforzheim.

Buslinie 158: Langensteinbach – Stupferich – Zündhütle
Taktung: Montag - Freitag bis 20 Uhr stündlich.

Nightliner NL 3: Ringbus-Nachtlinie Durlach-Turmberg – Zündhütle – Wolfartsweier  Wettersbach  Stupferich Thomashof Durlach-Turmberg
Taktung: In den Nächten Freitag auf Samstag, Samstag auf Sonntag sowie auf Feiertage durchgehender Nachtverkehr mit stündlichen Fahrten. Bei Abfahrt und Ankunft besteht Anschluss an die Nachtlinie NL2 in die Innenstadt.

Stupferich hat mit seinen Buslinien die beste Anbindung  innerhalb der Höhenstadtteile, da das Zündhütle (TRAM 2) und der Hauptbahnhof sowie auch Durlach (TRAM 1) direkt erreichbar sind. Da die Linien 23 und 47 in Stupferich enden, fahren die Busse innerhalb von Stupferich eine Wendeschleife durch die Wohngebiete, was besonders kurze Wegstrecken zu den Haltestellen mit sich bringt.

Stadtteile Palmbach und Grünwettersbach

Buslinie 47 Stupferich – Zündhütle KA-Hauptbahnhof (> werktags Weiterfahrt als Bus 55 Kühler Krug)
Taktung: Montag – Freitag alle 20-Minuten, ab 20 Uhr 20/40-Minuten, samstags alle 20-Minuten, ab 18 Uhr 20/40-Minuten, sonntags ganztags 20/40-Minuten.

Buslinie 47 A (Waldbronn ) Palmbach – Zündhütle
Taktung: Montag – Freitag als Verstärkerfahrten in der Hauptverkehrszeit alle 20 Minuten. Dadurch ergibt sich ein 10-Minuten-Takt zwischen Palmbach und Zündhütle. Am Zündhütle ist jedoch nicht immer eine direkte Weiterfahrt nach Karlsruhe möglich. Einige wenige Fahrten morgens und abends verlaufen nach Waldbronn-Ermlisgrund/Eistreff/Freibad, dies ist der sogenannte "Agilent - Bus".

Buslinie 27 (Waldbronn) Palmbach – Durlach:
Montag – Freitag einige Fahrten nach Durlach-Turmberg (nur an Schultagen) und morgens täglich eine Fahrt zum Bahnhof Durlach. Für die Fahrt nach Durlach muss üblicherweise am Zündhütle vom Bus 47 in den Bus 24 nach Durlach-Turmberg umgestiegen werden.

Buslinie 158: Langensteinbach-Klinikum – Stupferich – Palmbach Zündhütle
Taktung: Montag - Freitag 5 bis 20 Uhr stündlich.

Nightliner NL 3: Ringbus-Nachtlinie Durlach-Turmberg – Zündhütle – Wolfartsweier  Grünwettersbach  Palmbach  Stupferich Thomashof Durlach-Turmberg
T
aktung: In den Nächten Freitag auf Samstag, Samstag auf Sonntag sowie auf Feiertage durchgehender Nachtverkehr mit stündlichen Fahrten. Bei Abfahrt und Ankunft besteht Anschluss an die Nachtlinie NL2 in die Innenstadt.

Stadtteile Hohenwettersbach und Bergwald

Linie 24 Bergwald – Hohenwettersbach – Zündhütle – Durlach-Schlossplatz/Turmberg (> werktags Weiterfahrt als Bus 26 Geigersberg)
Taktung: Montag – Freitag alle 20-Minuten, ab 21 Uhr 20/40 Minuten, Samstag  + Sonntag alle 20-Minuten, ab 20 Uhr 20/40-Minuten-Takt. Die Linie 24 ist auch der Zubringerbus ab Zündhütle nach Durlach für Palmbach; Grünwettersbach und Wolfartsweier.

Linie 44 Hohenwettersbach – Bergwald – Zündhütle (– Killisfeld) Hauptbahnhof
Taktung: Montag – Freitag als Verstärkerfahrten in der Hauptverkehrszeit alle 20 Minuten. Dadurch ergibt sich ein 10-Minuten-Takt von Hohenwettersbach bis zum Zündhütle.
Die Linie hat zwei Linienführungen, sie ist morgens die Zubringerlinie vom Hbf. zum Industriegebiet Killisfeld. Nachmittags dann in umgekehrter Richtung von Hohenwettersbach kommend, über das Killisfeld zum Hauptbahnhof. Das Industriegebiet Killisfeld wird von den Bergdörfern nicht direkt bedient.
 * Linienführung morgens: Hauptbahnhof - Killisfeld - Zündhütle - Hohenwettersbach - Bergwald - Zündhütle - Hauptbahnhof.
 * Linienführung nachmittags: Hauptbahnhof -  Zündhütle - Hohenwettersbach - Bergwald - Zündhütle - Killisfeld - Hauptbahnhof.

Nightliner NL-ALT 11 (Anruflinientaxi): Durlach-Turmberg Geigersberg Hohenwettersbach Bergwald Durlach-Turmberg
Telefonische Voranmeldung mind. 30 Minuten vor der Fahrt. Fahrt bis zur Haustür möglich.Bei Abfahrt und Ankunft besteht Anschluss an die Nachtlinie NL2 in die Innenstadt.

Stadtteil Wolfartsweier

Buslinie 47 Stupferich – Wolfartsweier - Zündhütle KA-Hauptbahnhof (> werktags Weiterfahrt als Bus 55 Kühler Krug)
Taktung: Montag – Freitag alle 20-Minuten, ab 20 Uhr 20/40-Minuten, samstags alle 20-Minuten, ab 18 Uhr 20/40-Minuten, sonntags ganztags 20/40-Minuten.

Buslinie 47 A (teilw. Waldbronn ) Palmbach – Wolfartsweier Zündhütle
Taktung: Montag – Freitag als Verstärkerfahrten in der Hauptverkehrszeit alle 20 Minuten. Dadurch ergibt sich ein 10-Minuten-Takt zwischen Palmbach und Zündhütle. Wenige Fahrten gehen nach Waldbronn-Ermlisgrund / Eistreff / Freibad.

Buslinie 27 (Waldbronn) Palmbach – Wolfartsweier Durlach
Montag – Freitag einige Fahrten nach Durlach-Turmberg (nur an Schultagen) und morgens täglich eine Fahrt zum Bahnhof Durlach. Für die Fahrt nach Durlach muss üblicherweise am Zündhütle vom Bus 47 in den Bus 24 nach Durlach-Turmberg umgestiegen werden.

Buslinie 158: Langensteinbach-Klinikum – Stupferich – Grünwettersbach Wolfartsweier Zündhütle
Taktung: Montag - Freitag von 5 bis 20 Uhr stündlich. Nur Fahrtrichtung Langensteinbach durch Wolfartsweier, Gegenrichtung über B3-Umgehungsstraße.

Linie 107 Ettlingen – Wolfartsweier – Zündhütle Bahnhof Durlach
Taktung: Mon. – Fr. bis 20 Uhr. Hauptverkehrszeit 30 Minuten-Takt, sonst 60-Minuten-Takt, samstags bis 18 Uhr stündlich, sonntags vier Fahrten stündlich.

Nightliner NL 3: Ringbus-Nachtlinie Durlach-Turmberg – Zündhütle – Wolfartsweier  Grünwettersbach  Palmbach  Stupferich Thomashof Durlach-Turmberg
Taktung: In den Nächten Freitag auf Samstag, Samstag auf Sonntag sowie auf Feiertage durchgehender Nachtverkehr mit stündlichen Fahrten. Bei Abfahrt und Ankunft besteht Anschluss an die Nachtlinie NL2 in die Innenstadt.

TRAM 2: Haltestellen Wolfartsweier-Nord und Zündhütle, Straßenbahn-Linie 2 durch Aue in die Innenstadt.
Taktung: Montag bis Freitag alle 10 Minuten, ab 19 Uhr 20 Minuten, samstags alle 10 Minuten, ab 18 Uhr 20 Minuten, sonntags alle 20 Minuten.

TRAM 8 : Haltestellen Wolfartsweier-Nord und Zündhütle, Straßenbahn-Linie 8 nur an Schultagen drei Fahrten durch Aue bis Durlach-Turmberg.

Fazit:

Zusammenfassend können wir feststellen, dass wir in den Karlsruher Höhenstadtteilen im Großen und Ganzen eine gute ÖPNV-Anbindung durch zahlreiche Buslinien in Richtung Karlsruhe haben. Die Verbindungen zu den benachbarten Gemeinden, in den angrenzenden Landkreise, sind noch ausbaufähig. In die Karlsruher Innenstadt gibt es einige Lücken. Wesentliche Fahrgaststeigerunge sind mit diesem Angebot jedoch nicht zu erzielen.

Aus der Bevölkerung wurden wir zu zahlreichen Punkten angesprochen, bei denen ergänzt und nachjustiert werden sollte, um den tatsächlichen Bedarf abzudecken oder neuen Bedarf zu wecken.

Neuer Liniennetzplan für die Bahnen ab Dezember 2021

Auch für den östlichen Bereich der Stadt Karlsruhe gabt es zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021 zahlreiche Änderungen bei den Stadtbahn- und Straßenbahnlinien. Hier die neuen Linienführungen (Auswahl in unserer Region):

  • TRAM 1 (neue Linienführung): Durlach-Turmberg – Tullastraße – Tunneldurchfahrt – Mühlburger Tor – Neureut-Heide (langfristig: Neureut-Kirchfeld-Nord)
  • TRAM 2 (neue Linienführung): Wolfartsweier/Zündhütle – Tullastraße – Tunneldurchfahrt – Kongresszentrum – Hauptbahnhof-Vorplatz – ZKM – Europaplatz – Mühlburger Tor – Knielingen Nord
  • TRAM 5 (ganz neue Linie): Bahnhof Durlach – Tullastraße – Südostbahn – Strecke über Kriegsstraße – Karlstor – Lessingstraße – Entenfang – Rheinhafen
  • TRAM 8 (wie bisher): Temporäre Verbindung im Schülerverkehr zwischen Wolfartsweier/Zündhütle und Durlach-Turmberg.

  • Stadtbahn S 11: Ittersbach – Langensteinbach – Reichenbach – Busenbach – Ettlingen – Albtalbahnhof – Hbf.-Vorplatz – Kongresszentrum – Tunneldurchfahrt – Mühlburger Tor – Neureut – Hochstetten.
  • Stadtbahn S 5 / S52: (teilw. Enztalbahn S6 Bad Wildbad) - Pforzheim – Wilferdingen/Singen (Remchingen) – Pfinztal - Kleinsteinbach/Söllingen/Berghausen – Grötzingen – Durlach – Tullastraße – Tunneldurchfahrt – Mühlburger Tor – Knielingen (– Germersheim S52).

Alle neuen Linienführungen sind seit 12. Dezember 2021, der Inbetriebnahme des Tunnels in der Kaiserstraße und der Verbindung in der Kriegsstraße gültig.

Ausführliche Informationen finden Sie hier.

Unsere Forderungen und Planungsvorschläge:

Unsere Forderungen an die große Politik
  • Der Schwerpunkt der zukünftigen ÖPNV-Planungen und Förderung darf in der Region Karlsruhe nicht nur im Bereich des Stadtbahnausbaus und der Reaktivierung früherer Bahnlinien liegen.
  • Auch Busverbindungen müssen ergänzt, dichter getaktet oder neu geplant werden. Nicht jede Gemeinde oder jeder Stadtteil kann an das Stadtbahnnetz angeschlossen werden.
  • Zur Verwirklichung dieser Ziele müssen von Bund, Land und Stadt die benötigten Finanzen zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Der KVV, bzw. die Verkehrsunternehmen können dies nicht aus dem laufenden Haushalt finanzieren.

 

Schnelle Busverbindungen in die Innenstadt

Zur kurzfristigen Umsetzung schlagen wir folgende Maßnahmen vor:

Busspuren an der Südtangente

Einrichtung einer Busspur auf der Südtangente in Fahrtrichtung Pfalz, zwischen der Ausfahrt Nr. 1 Wolfartsweierer Straße und Ausfahrt Nr. 2 Hauptbahnhof, auf dem bestehenden Standstreifen. Diese dann circa ein Kilometer lange Busspur sollte bei Stau für den ÖPNV freigegeben werden. Der nach unserer Ansicht am stärksten betroffene Streckenabschnitt könnte so kurzfristig entlastet werden. Trotz der schmalen Standspur halten wir in diesem Streckenabschnitt bei Stau eine Busspur, mit Geschwindigkeitsbegrenzung, für sinnvoll. Dies wird bereits in anderen Städten umgesetzt. Auch die Verlängerung der Ausfahrspur Richtung Hauptbahnhof (vom Zündhütle kommend) würde schon einen schnelleren Abfluss des Verkehres bewirken.
Insgesamt soll die gesamte Bus-Linienstrecke der Südtangente zur Verwirklichung von Busspuren in beide Richtungen geprüft werden. In weiteren Ortschaftsräten der Höhenstadtteile wurde ebenfalls die Prüfung von Busspuren an der Südtangente gefordert. Außerdem sollte die gesamte Linienstrecke mit Busvorrangschaltungen an allen Ampelkreuzungen ausgestattet werden. Auch andere Buslinien in der Innenstadt könnten so gefördert und beschleunigt werden.

Haltestelle Durlacher Tor / KIT-Campus Süd

Die Haltestelle Durlacher Tor / KIT-Campus Süd ist ein zentraler Umsteigeknoten in der Karlsruher Oststadt.

Busverbindung Palmbach - Zündhütle - (Killisfeld -) Südoststadt - Durlacher Tor

Eine weitere Forderung ist die Schaffung einer Direktverbindung in die Innenstadt zum Durlacher Tor, da nicht alle Fahrgäste in Richtung Hauptbahnhof fahren wollen. Die Haltestelle Durlacher Tor/KIT ist eine zentrale Umsteigestelle in alle Richtungen. Diese Verbindung wäre durch eine Verlängerung der Buslinie 47A vom Zündhütle über die Südoststadt relativ einfach zu realisieren. Die Linie 47A verkehrt als Verdichtungstakt zur Hauptverkehrszeit zwischen Waldbronn / Palmbach und der Haltestelle „Durlach-Zündhütle“.
Hier schlagen wir zwei Varianten zur Prüfung vor:
Variante 1:
Verlängerung Buslinie 47A vom Zündhütle durch das Industriegebietes Killisfeld / Maybachstraße und weiter über die Wolfartsweier Brücke zur Wolfartsweierer Straße / Ludwig-Erhard-Allee beim Oststadtkreisel bis zum Durlacher Tor/KIT. Wir haben mehrere Meldungen von Einwohnern, die im Industriegebiet Killisfeld arbeiten. Das Industriegebiet Killisfeld ist von den Bergdörfern mit dem ÖPNV bisher nicht direkt erreichbar. Der Zeitvorteil zum Durlacher Tor würde umsteigefrei zwei Minuten betragen.

Variante 2: Als Schnellbus über die Südtangente und Wolfartsweier Brücke, dann der Linienführung der Buslinie 42 folgend, mit Anschluss an die Stadtbahnhaltestellen Wolfartsweier Straße bis Durlacher Tor. Dieser Vorschlag hat den Vorteil, dass ein schneller Anschluss zur Südostbahn und zur Innenstadt entsteht, jedoch den Nachteil, dass das Industriegebiet Killisfeld nicht an die Bergdörfer angeschlossen ist. Der Zeitvorteil zum Durlacher Tor würde umsteigefrei fünf Minuten betragen. 

Beide Varianten haben den Vorteil, dass der Bereich Wolfartsweierer Straße / Ludwig-Erhard-Allee beim Oststadtkreisel mit dem ÖPNV direkt von den Bergdörfern erreicht werden kann. Mit dem Wachsen der neuen Südoststadt und des City-Parks gibt es in diesem Bereich immer mehr Arbeitnehmer aus den östlichen Stadtteilen, die heute umständlich über den Hauptbahnhof fahren müssen. Wegen der schnelleren Erreichbarkeit der östlichen Innenstadt sowie des steigenden Bedarfs im Bereich Südoststadt sehen wir diese zusätzliche Verbindung für sinnvoll an. Die Betriebszeiten könnten anfangs nur zu den Hauptverkehrszeiten (so wie heute 47A) angeboten werden.
Im Bereich des Otto-Dullenkopf-Parkes / Oststadtkreisel soll in ein paar Jahren auch die Kraichtalbahn S31/S32 in das städtische Netz eingeschleift werden. Dann entstehen dort weitere Verbindungen.

Weitere Schnellbusse in die Innenstadt

  1. Zusätzliche Schnellbusfahrten über die Ortsumgehung Wolfartsweier zum Hauptbahnhof (Linie 47X).
    Heute fährt die Linie 47X um 6:14 h ab Palmbach sowie um 6:35 h und 6:46 h ab Stupferich jeweils an Schultagen. Es wurden von Fahrgästen Ergänzungen morgens bis 7:30 h und auch für die Heimfahrten zum Feierabendverkehr gewünscht.

  2. Schnellbusse zur Hauptverkehrszeit über das Zündhütle und die Südtangente zum Entenfang.
    Es gibt eine große Anzahl von Arbeitnehmern im Westen der Stadt KA, die fast alle mit dem PKW zur Arbeit fahren. Mit einem Schnellbus zwischen den Bergdörfern und der Haltestelle Entenfang könnten die westlichen Stadtteile, in einer auch für Autofahrer interessanten Fahrzeit, zu erreichen sein. Für die knapp 10 km lange Strecke zwischen Zündhütle und Entenfang ergibt sich bei freier Südtangente ein Zeitvorteil von 15 bis 20 Minuten, im Vergleich zu den heutigen ÖPNV-Verbindungen. An der Haltestelle Entenfang kann man in zahlreiche Stadtbahn-, Tram- und Buslinien (bspw. nach Wörth, Germersheim, Daxlanden, Rappenwört, Rheinhafen, Siemens, Rheinstetten, Heidenstückersiedlung) umsteigen. Von allen Vorschlägen in unserem ausgearbeiteten ÖPNV-Konzept würde dieser Vorschlag die größte Fahrzeitverkürzung bringen.

KVV-Haltestelle Entenfang in Karlsruhe

 Die Haltestelle "Entenfang" ist ein zentraler Umsteigeknoten im Karlsruher Westen.

Verlängerung der Linie 47 von Stupferich zur Stadtbahn S5 Richtung Pforzheim

Wichtig ist uns eine Verbindung zum Bahnhof Wilferdingen-Singen in Remchingen. Diese könnte durch die Verlängerung der regulären Buslinie 47 oder der Verdichtungslinie 47A von Stupferich bis Remchingen realisiert werden. Am Bahnhof in Remchingen hat man Anbindung an die Stadtbahn S5 / S51 und den IRE1 und die RB17a von und nach Pforzheim und Stuttgart sowie an die Buslinie 722 nach Wilferdingen, Nöttingen, Ellmendingen und Dietlingen. Aufgrund unserer Lage am östlichen Stadtrand gibt es bei uns viele Einwohner, die im Enzkreis und in Pforzheim ihre Arbeitsplätze haben. Bisher muss umständlich über KA-Hbf. oder Bhf. Durlach in Richtung Pforzheim - Stuttgart gefahren werden. Viele Bürger benutzen auch, bis Durlach Bahnhof ihren PKW und steigen dann erst in die Bahn um. 

Bahnhof Wilferdingen-Singen (Remchingen)

Der Bahnhof Wilferdingen-Singen in Remchingen: Hier hält die Stadtbahn S5 und S51, der Interregio-Express IRE1 und die Regionalbahn RB17a von und nach Pforzheim und Stuttgart, bzw. Karlsruhe sowie die Buslinie 722 nach Nöttingen, Ellmendingen und Dietlingen. (Foto: Roland Jourdan)

Von der Haltestelle „Stupferich Rathaus“ bis Bahnhof Kleinsteinbach ist es nur eine Strecke von 4 KM, bzw. sechs Busminuten. Vom Rathaus Stupferich bis Bahnhof Wilferdingen-Singen (Remchingen) sind es 6 KM Entfernung, bzw. 9 Busminuten. Der Anschluss beim Bahnhof Wilferdingen-Singen hätte den Vorteil, dass dort zusätzlich der Interregioexpress (IRE1) und die Regionalbahn (RB17a) sowie die Buslinie 722 aus dem Enzkreis halten. Außerdem ist der Busbahnhof gut ausgebaut.
Diese Anbindung würde bspw. bei der Fahrt nach Pforzheim-Hauptbahnhof ab Grünwettersbach-Mitte mit dem Bus 47 nach Remchingen und weiter mit dem IRE1 nur eine Fahrzeit von ca. 30 Minuten benötigen. Bei Weiterfahrt mit der S5 oder der RB17a zum Hauptbahnhof Pforzheim wäre es eine Fahrzeit von 40 Minuten. Bei dieser Fahrt werden dann alle Haltestellen zwischen Wilferdingen und Pforzheim (Königsbach-Stein, Kämpfelbach - Bilfingen und Ersingen, Ispringen) bedient. Die Verbindungen nach Pforzheim wären somit je nach Tageszeit  20 bis 30 Minuten schneller als die Fahrt mit der Linie 47 und dem Interregioexpress (IRE1) über den Hauptbahnhof Karlsruhe.
Die Busverbindung zum Bahnhof Remchingen würde auch dem "mageren" ÖPNV-Angebot in Kleinsteinbach zugutekommen. Ebenfalls die Fahrten von und zum Karlsruher Hauptbahnhof-Vorplatz liegen im interessanten Zeitbereich von 35 Bus-Minuten. Außerdem würde die Aloys-Henhöfer-Schule in Kleinsteinbach eine zusätzliche Anbindung in Richtung Karlsruhe erhalten. Ebenso könnten Mitarbeiter der Firma PI Physik Instrumente sowie die Mitarbeiter der neuen Firmen im Palmbacher Gewerbegebiet Winterrot und den weiteren Firmen in Stupferich und Grünwettersbach, aus dem Enzkreis oder Pforzheim kommend, von der neuen Verbindung profitieren. Wir sehen daher für diese Linienverlängerung großes Potential.

Im Dezember 2021 wurde die Langensteinbacher Buslinie 152 von Kleinsteinbach bis Berghausen verlängert. Jetzt besteht für Langensteinbacher Fahrgäste eine Verbindung zum Bahnhof Berghausen. Dort gibt es einen 10-Minuten-Takt der Stadtbhns S5/S52. möglich sein, da diese Linie durch Söllingen bis zum Bahnhof Berghausen verlängert wird. Außerdem haben Kleinsteinbacher und Söllinger Bürgern die Anbindung zum Gewerbegebietes Hammerwerk zwischen Söllingen und Kleinsteinbach (dort befindet sich auch der Edeka-Markt Piston).

Schnellere Verbindungen zum Bahnhof Durlach und nach Ettlingen

Taktverdichtung und Taktangleichung der Buslinie 107 Bahnhof Durlach - Zündhütle - Ettlingen.
Von den Höhenstadtteilen kommend, bestehen in Wolfartsweier Umsteigemöglichkeiten nach Ettlingen und zum Bahnhof Durlach. Leider ist der Fahrplan am Zündhütle nicht an den 20-Minuten-Takt der anderen Bergdorf-Buslinien, zum schnellen Umstieg zum Bahnhof Durlach und nach Ettlingen, angepasst. Wir schlagen hier einen 20-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit vor. In der übrigen Zeit sollte ein durchgehender 20/40-Minuten-Takt angeboten werden, damit am Zündhütle Umsteigemöglichkeiten ohne Wartezeiten angeboten werden können. Auch samstags und sonntags sollte die Linie ein besseres Angebot gemacht werden. Nur so können zusätzliche Fahrgäste für diese Ziele gewonnen werden. Mit direkter Umsteigemöglichkeit wäre auch der Bahnhof Durlach, als wichtiger Umsteigeknoten, mit dieser Linie sechs Minuten schneller zu erreichen als bei der Weiterfahrt mit der Tram 2. Die jetzige Taktung macht für Autofahrer keinen Sinn in den Bus nach Ettlingen-Stadt zu wechseln, da die Umsteigezeit im Vergleich zur gesamten Fahrzeit mit dem PKW nicht im Verhältnis steht.
Das große Industriegebiet Ettlingen-West mit mehreren tausend Arbeitnehmern ist aus dem Osten der Stadt nur über große Umwege erreichbar. Die Fahrzeit von Grünwettersbach-Mitte beträgt zwischen 45 und 55 Minuten, dabei muss drei bis viermal umgestiegen werden. Mit dem PKW kann man die gleiche Strecke in 12 und 18 Minuten zurücklegen. Die heute angebotenen ÖPNV-Verbindungen sind für Arbeitnehmer, die heute mit dem Auto fahren nach Ettlingen-West fahren, nicht akzeptabel.

Ob und wann die seit langem geplante Stadtbahnstrecke vom Zündhütle nach Ettlingen kommt, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Im neuen Flächennutzungsplan 2030 ist die Linienführung jetzt eingezeichnet.

Weitere Vorschläge für Verbesserungen und Ergänzungen

Wir halten außerdem folgende Verbesserungen im Busliniennetz für wichtig:

  1. Durchgehender 20-Minutentakt der Linie 47 in den Abendstunden sowie am Wochenende ganztags.
    Wir wurden immer wieder auf den unbeliebten 20 / 40 - Minuten-Takt angesprochen.  Besonders wurde hier der Samstagabend und sonntags tagsüber reklamiert. Da man in der verkehrsarmen Zeit innerhalb von 15 Minuten mit dem PKW von der Innenstadt nach Palmbach fahren kann, gewinnt man mit diesem Angebot keine neuen ÖPNV-Kunden. Im Zeichen der Verkehrswende sollte hier nachgelegt werden. Da andere Karlsruher Höhenstadtteile sonntags bereits einen 20-Minuten-Takt oder auch drei Busabfahrten pro Stunde haben, sollte dies auch in Grünwettersbach und Palmbach so angeboten werden.

  2. Anbindung des P+M-Platzes am Autobahnanschluss Karlsbad als P+R an den ÖPNVP+M Mitfahrerparkplatz A8-Karlsbad
    Der P+M Mitfahrerparkplatz an der Autobahnanschlussstelle Karlsbad der A8 (Gemarkung KA-Stupferich) sollte zusätzlich als P+R-Parkplatz an den ÖPNV angebunden werden. Hier fahren die Buslinien 47 und 118 vorbei. Eine direkte Fußweg- oder Fahrradverbindung von Palmbach kommend, ist dort nicht vorhanden.
    Zurzeit laufen die Planungen, diesen P+M-Parkplatz auszubauen und wesentlich zu vergrößert, daher würde eine zukünftige Nutzung auch als P+R-Parkplatz Sinn machen.
    Auswärtige PKW-Fahrer, die von der Autobahn oder den benachbarten Landkreisgemeinden mit dem Fahrziel Karlsruhe-Innenstadt kommen, sollen so zum Umstieg in den ÖPNV animiert werden. Alle außerhalb von Karlsruhe abgestellten Fahrzeuge entlasten die verstopfte Innenstadt.
    Mit einem kombinierten P+M- und P+R-Parkplatz würde ein Mobilitätsknoten entstehen, der den örtlichen und überörtlichen PKW-Verkehr mit dem ÖPNV vernetzt.

  3. Verknüpfung der Palmbacher Buslinien mit der Waldbronner Linie 155
    Leider wurde die Waldbronner Buslinie 117 (AVG), die zwischen Reichenbach/Busenbach und Grünwettersbach verkehrte, nach zwölf Monaten Probebetrieb im Dezember 2018 eingestellt, da sich die Gemeinde Waldbronn von der Mitfinanzierung zurückzog. Von Seiten der Karlsruher Bergdörfer besteht hauptsächlich Bedarf von und zum Rathausmarkt Waldbronn sowie zur Albtherme und zur Kurklinik. Von Waldbronn wird es Bedarf in Richtung Karlsruhe geben.
    Zurzeit entsteht in Waldbronn zwischen Rathausmarkt und Freibad (Ortsende Richtung Palmbach) das neue Wohngebiet Rück 2 mit Hotel, Senioreneinrichtungen, KiTa und zusammen mit dem Aldi-Gelände Wohnraum für ungefähr 1.000 neue Einwohner. Daher macht es Sinn, den Rathausmarkt und das neue Wohngebiet direkt über die Karlsruher Höhenstadtteile an das Karlsruher Busnetz anzubinden und den dann ca. 5.000 Einwohnern in diesem Ortsbezirk eine Busanbindung in Richtung Karlsruhe anzubieten.
    Die Linie 47A die heute zwischen Zündhütle und Palmbach und teilweise bis Waldbronn-Ermlisgrund fährt, könnte hierzu mit einer Schleife bis in den Bereich Waldbronn-Rathausmarkt, Albtherme, Kurklinik und Stuttgarter Straße verlängert werden. Die Fahrzeit vom Rathausmarkt bis Zündhütle würde 20 Minuten betragen. An der Haltestelle "Durlach-Zündhütle" gibt es Umsteigemöglichkeiten zu den Karlsruher Straßenbahnlinien 2 und 8. Außerdem kann zu den Buslinien 24, 27, 44, 47 und 107 umgestiegen werden. Die weitere Fahrzeit mit dem Bus 47 zum Hauptbahnhof beträgt bspw. neun Minuten.
    Neben diesem Vorschlag, mit einer Anbindung des Rathausmarktes, der Albtherme und des SRH-Gesundheitszentrums (Kurklinik), könnte auch nur eine kleine Lösung angegangen werden. Mit einer Verlängerung der Linie 47A vom Ermlisgrund zum Rathausmarkt (ca. 1.000 Meter) könnte im Bereich des Rathausmarktes eine interessante Verbindung für die dortigen Einwohner angeboten werden. Die Buslinien 155 und 47A bedienen heute für Berufspendler bereits gemeinsam das Gewerbegebiet Ermlisgrund mit den Firmen Agilent Technologies, Taller GmbH, Siffermann, Gutzeit GmbH, Eventhaus Waldbronn und weiteren Unternehmen, sowie den Eistreff und das Freibad. Die Zuständigkeit für solche Überlegungen liegt jedoch bei der Gemeinde Waldbronn.

  4. Ausbau der Buslinie 158 (früher 118) nach Langensteinbach
    Die Buslinie 158 (AVG-Linie) wurde im Dezember 2017 im Probebetrieb eingeführt und im Sommer 2020 in den Regelbetrieb übernommen. Seit Dezember 2021 kann sie von Berufspendlern genutzt werden, da nun ganztags von 5.00 bis 20.00 Uhr zwischen Wolfartsweier / Durlach-Zündhütle und dem SRH-Klinikum Karlsbad fgefahren wird. Auch das Industriegebiet Ittersbach kann jetzt bei der Weiterfahrt mit der S11/S12 früher erreicht werden. Außerdem fahren zusätzliche Schulbusse zum Schulzentrum Langensteinbach. Die Finanzierung ist sowohl städtischerseits als auch von Landkreisseite gesichert. Es ist auch geplant die Bushaltestelle "Klinikum" direkt vor den Haupteingang zu verlegen.
    Die Ansiedlung neuer Betriebe im Bereich Palmbach und Stupferich wird auch in die Gegenrichtung weiteren Bedarf aus Karlsbad, Waldbronn und Pfinztal mit sich bringen.

  5. Einführung eines Kurzstreckenticket und eines Luftlinientarifes in Karlsruhe, bzw. im gesamten KVV-Gebiet
    Wir sehen in unseren Höhenstadtteilen einen großen Bedarf für Gelegenheitsfahrer, zum Beispiel zum Einkaufen innerhalb unserer Stadtteile oder vom Nachbarort. Wir haben hierzu einen Antrag im Ortschaftsrat gestellt, der im Sommer/Herbst 2019 an zwei Sitzungen behandelt und einstimmig beschlossen wurde. Wie in anderen südwestdeutschen Städten halten wir einen Kurzstreckentarif für die ganze Stadt Karlsruhe für richtig. Beispiel: Drei oder vier Haltestellen, ohne die Einstiegshaltestelle, zu einem Preis von 1,50 € für spontanes fahren. Leider gibt es diesbezügliche Planungen beim KVV (noch) nicht.
    Erfreulicherweise wurde zum Dezember 2021 die App "Home Zone" eingeführt. Dieses Angebot, bei dem der Fahrgast seinen eigenen Fahrtbereich definieren kann, wird monatlich über das Smartphone zu kaufen sein. Die "Home Zone" soll preisliche Vorteile für Fahrten über die Wabengrenzen bringen, was dann für Fahrten zwischen Karlsruhe und Waldbronn, Karlsbad oder Pfinztal sinnvoll ist. Zusätzlich wurde ein "Wabenübergreifender Smartphone-Luftlinientarif", eingeführt werden. Die Fahrpreise sind sind bei kurzen Strecken günstiger.
    Diese App ersetzt teilweise unseren geforderten Kurzstreckentarif. Ein Kurzstreckenticket, das auch beim Fahrer oder am Automaten für Schnellentschlossene zu kaufen ist, wird durch dieses elektronische Angebot nicht ganz ersetzt. Besonders Gelegenheitsfahrer und eingefleischte Autofahrer, die man als zukünftige Fahrgäste gewinnen will, haben in der Regel keine KVV-App auf ihrem Smartphone installiert. Hier heißt es mal abwarten, wie sich die Benutzung der neuen App entwickelt.

  6. Beschleunigungsprogramm für alle Buslinien
    Aufgrund der starken Verkehrszunahme und der Ausweisung von zahlreichen Tempo-30-Zonen schaffen es die Busse oft nicht, den Fahrplan einzuhalten. Daher sollen alle Beschleunigungsmöglichkeiten wie Busampeln, Busvorrangschaltungen an den Ampelkreuzungen an der A8-Ausfahrt Karlsbad, mögliches Halteverbot an engen Stellen der Ortsdurchfahrten sowie Rechts-vor-Links-Regelungen geprüft werden.

  7. Fahrradmitnahme
    Wir erwarten zukünftig eine bessere Ausstattung der Linienbusse, zur sicheren Mitnahme von Fahrrädern im Bus. Auch wenn ein Kinderwagen im Bus mitgenommen wird, soll zusätzlich auch für Fahrräder Platz sein.
Ausstattung der Bushaltestellen

Bushaltestelle Palmbach Kirche

Bushaltestellen haben einen hohen Standard

Fast alle Bushaltestellen in Palmbach und Grünwettersbach sind barrierefrei ausgebaut. Nur die Haltestelle "Grünwettersbach Mitte" in Fahrtrichtung Karlsruhe steht noch aus. Hier laufen bereits die ersten Planungen. Nach einem Beschluss des Ortschaftsrates Wettersbach (unser Antrag vom 19.03.2014) werden seit mehreren Jahren alle Bushaltestellen in Grünwettersbach und Palmbach beim barrierefreien Umbau auch mit Fahrradständern ausgestattet. Diese werden zwischenzeitlich gut angenommen, so sind an fast allen Haltestellen täglich ein bis zwei Fahrräder abgestellt. Dies ist ein erster Erfolg bei der Umsetzung verschiedener Mobilitätsknoten, nämlich der Vernetzung des Fahrrades und dem ÖPNV.

Elektronischen Anzeigetafel in PalmbachAußerdem sollten alle Bushaltestellen mit elektronischen Anzeigetafeln ausgestattet werden, die die Busabfahrzeit in "Echtzeit" anzeigen. Nach unserem Antrag vom 13.05.2015 wurde diese bereits an fünf Haltestellen im Ort verwirklicht. Der Wunsch einiger Fahrgäste nach freiem WLAN an den Bushaltestellen und im Bus lässt sich schwierig verwirklichen. Hier gilt es noch abzuwarten. Überprüft wird, ob die Haltestelle "Grünwettersbach Rathaus" mit freiem KA-WLAN versorgt werden kann, da dieses im Rathaus Grünwettersbach bereits im Einsatz ist. (Sitzung Ortschaftsrat vom 14.01.2020)

Schwierig zeigt sich auch die Verwirklichung von Fahrgastunterständen mit Sitzgelegenheiten an allen Bushaltestellen. Leider sind noch verschiedene Haltestellen in Fahrtrichtung Stupferich/Langensteinbach nicht mit Wetterschutzhäuschen ausgestattet. Hier stehen dann hauptsächlich die Schüler, die nach Langensteinbach fahren, bei schlechtem Wetter im Regen. Leider lassen sich Fahrgastunterstände wegen den teilweisen schmalen Gehwegen, nicht überall aufstellen. (Unser Antrag vom 19.03.2018)

Fast alle Haltestellen im Ort sind entweder im Wartehäuschen oder mit den Straßenlaternen ausreichend beleuchtet. Eine Ausnahme ist bisher die Haltestelle "Auf der Römerstraße" bei der Firma PI Physik Instrumente. Diese Bushaltestelle erschließt auch das neue Palmbacher Gewerbegebiet mit der Rudolf-Link-Straße. In diesem Bereich gibt es bisher keine Straßenbeleuchtung, da sich die Haltestelle außerhalb der Ortschaft befindet. Nach unserem Antrag vom 08.11.2019 soll dies jetzt nachgerüstet werden.

Alle Haltestellen sind mit Abfallsammelkörben und teilweise zusätzlich mit Aschenbechern ausgestattet. Diese sorgen für mehr Sauberkeit, jedoch zusätzlich auch für einen größeren Personalaufwand.

Fahrkarten Verkauf

Neue Fahrkarten-Verkaufsstelle in Palmbach Fahrkarten-Verkaufsstellen Karlsruhe-Bergdörfer

Wir freuen uns, dass unser Antrag im Ortschaftsrat Wettersbach Erfolg hatte. Seit Dezember 2019 sind im Edeka-Markt Piston in Palmbach alle KVV-Fahrkarten erhältlich. Der Markt hat Montag bis Samstag von 8.00 bis 20.00 Uhr geöffnet und befindet sich direkt an der Bushaltestelle "Palmbach - Im Kloth". Dieser neue Service kommt den gesamten Bergdörfern zugute. 
Außerdem wird in Grünwettersbach bei Schreibwaren Schalk, Am Wetterbach 41, das komplette Fahrkartensortiment angeboten. Dort ist auch einen DHL Paketshop eingerichtet. Auch bei Blumen-Floristik Doll in Stupferich und bei der Ortsverwaltung Hohenwettersbach kann man ebenfalls Fahrkarten kaufen.

Fahrkartenautomaten, die mit unseren Buslinien erreichbar sind, gibt es an folgenden Haltestellen: Wolfartsweier Nord, Durlach Turmberg, Hauptbahnhof Vorplatz und Bahnhof Langensteinbach. Außerdem gibt es mehrere Apps, um elektronisch Fahrscheine zu erwerben.
https://www.kvv.de/fahrkarten/fahrkarten-preise.html

„MyShuttle“ – Der Bus auf Bestellung

„On-Demand-Verkehr“ – Den Kleinbus mit der App bestellen

Wir begrüßen und unterstützen das Pilotprojekt „MyShuttle“ im Landkreis Karlsruhe, diese „On-Demand-Verkehre“ werden seit 2019 in Ettlingen, Dettenheim und Graben-Neudorf sowie ab Sommer 2020 auch in Marxzell angeboten. Ein On-Demand-Verkehr ist eine Art Shuttleservice für mehrere Personen, der in den Abendstunden und am Wochenende fährt. Der Fahrgast äußert seinen Fahrtwunsch über die Smartphone-App, gibt seinen Standort an und bucht die Fahrt. Das Shuttlefahrzeug – in der Regel ein Kleinbus – holt ihn ab und bringt ihn unabhängig zu seinem individuellen Reiseziel innerhalb der Gemeinde und bedienen dabei virtuelle Haltestellen sowie Haltepunkte der Stadtbahnlinie in seinem Bezirk.

Die Busse verkehren dabei nicht nach einem festen Fahrplan. Fahrgäste mit ähnlichen Zielen oder Routen werden durch einen intelligenten Algorithmus automatisch zu Fahrgemeinschaften gebündelt und gemeinsam auf der schnellsten Route befördert. Dadurch ist der neue Service auch ökonomisch und ökologisch nachhaltig.

„MyShuttle“ ist in den KVV-Tarif integriert, es sind die normalen KVV-Fahrkarten gültig. Die Fahrgäste zahlen für eine „MyShuttle“-Fahrt lediglich den normalen KVV-Fahrpreis. KVV-Kunden mit Monatskarten, wie zum Beispiel Schüler, Studenten oder Pendler, können „MyShuttle“ mit ihrer Karte nutzen.

In der Gemeinde Karlsbad wurde das Mobilitätsangebot „MyShuttle“ zum Jahresende 2021 einzuführen. Wir halten es für angebracht, neben dem Pfinztaler Ortsteil Kleinsteinbach (Bahnhof), auch die Stadtteile Stupferich und Palmbach mit einzubinden. So würde in den Abendstunden und am Wochenende neben der Anbindung an die Stadtbahnlinie S5/S51 in Kleinsteinbach, auch eine Verknüpfung der städtischen Buslinien 23 und 47 in und aus Richtung Durlach und Karlsruhe entstehen. Diese Verknüpfung der Landkreisgemeinden mit den Karlsruher Höhenstadtteilen würde besonders der großen Anzahl von Schülern und Jugendlichen der drei Karlsbader Schulen im Langensteinbacher Schulzentrum zugutekommen, die in der gesamten Region wohnen.  So sind dann private Besuche von Schulfreunden in den Abendstunden und am Wochenende auch kreisübergreifend möglich. Dies würde auch die Weiterentwicklung und Akzeptanz der Linie 158 mit Fahrten außerhalb der Regelfahrzeit fördern.

Ein weiterer Vorteil für alle Karlsbader Fahrgäste wäre eine zusätzliche Anbindung von und nach Karlsruhe mit den Buslinien der Höhenstadtteile. Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren auch die Gemeinde Waldbronn dieses Angebot übernehmen wird. Weitere Informationen zu "MyShuttle" auf der Webseite des KVV.

Mobilitätsknoten

In einem weiteren Antrag fordert der Ortschaftsrat Wettersbach, Mobilitätsknoten in den Höhenstadtteilen zu entwickeln sowie zahlreiche Punkte für ein neues Verkehrskonzept zu prüfen und zu beurteilen. Bei der Erstellung eines Entwicklungskonzeptes für Mobilitätsknoten in den Höhenstadtteilen sind, ergänzend zu einem gut ausgebauten ÖPNV, folgende Punkte zu berücksichtigen. Die aufgelisteten Vorschläge wurden im Ortschaftsrat Wettersbach diskutiert und stammen teilweise auch von anderen Wettersbacher Ortschaftsratsfraktionen.

  • Radwegeausbau, hier ist im Besonderen der Radweg zwischen Grünwettersbach und Wolfartsweier wichtig. Der Radverkehr wird mit der weiteren Verbreitung von E-Bikes zunehmen. Die Planungen für den Radweg sind zwischenzeitlich fertiggestellt. Nach dem schwierigen Genehmigungsverfahren ist mit einem Baubeginn im Jahre 2023 zu rechnen. Dieser Radweg ist dann optimal an das Karlsruher Radwegenetz anzubinden und gut auszuschildern.
  • Ausstattung aller zentralen Punkte im Ort mit sicheren Fahrradstellplätzen (Ortsmitte, Rathaus, Schulen, Turnhallen, Veranstaltungsräume, Dorfplatz, Einkaufszentren, P+R-Plätzen usw.)
  • Rad- und Fußweg entlang der Talstraße, am Ortsausgang von Palmbach in Richtung Stupferich (bei PI) bis zum P+M Platz.
  • Leihfahrrad-Stationen (auch mit E-Bike) in allen Bergdörfern.
  • Ladestationen für E-Bikes an zentralen Stellen des Ortes
  • Anschluss des P+M-Autobahnparkplatzes zwischen Stupferich und Palmbach an das Busliniennetz.
  • Neue P+R Parkplätze, um Pendlern aus dem Landkreis den Umstieg in den ÖPNV in die Innenstadt zu erleichtern.
  • Wir freuen uns, dass im Sommer 2020 in allen Karlsruher Höhenstadtteilen Car-Sharing-Stationen (Stadtmobil) eingerichtet wurden. Die Fahrzeugstationen finden Sie hier: https://karlsruhe.stadtmobil.de/privatkunden/ Die CarSharing-Stationen sollten immer mit anderen Verkehrsträgern (z.B. ÖPNV-Haltestellen, Fahrradabstellplätzen) verknüpft sein.
  • „On-Demand-Verkehre" nach Hohenwettersbach und zu den Nachbargemeinden im Landkreis, mit einer App bestellbare fünfsitzige Kleinbusse, wie zurzeit in Ettlingen und Marxzell im Einsatz.
  • Konzepte für bessere Seniorenmobilität.
  • Auch die in Karlsruhe im „Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg“ eingesetzten elektrisch-betriebenen Minibusse, könnten in unserer Region getestet werden.
  • Anschlüsse der außenliegenden Wohngebiete an das Hauptbusnetz (Bürgerbus).
  • Ein "Bürgerbus" wird in der Regel durch eine bürgerschaftliche Initiative oder Vereinsinitiative betrieben, um Fahrgäste von weiter entfernten Wohngebieten zur Bushaltestelle zu fahren. Dies ist in Baden-Württemberg keine Aufgabe des ÖPNV. Hier sind Ideen zur Verwirklichung gefragt.
  • "Mitfahrerbänkle", siehe Beispiel in Karlsbad

 

Radverkehr

Radweg zwischen Grünwettersbach und Wolfartsweier

Hier wird der Radweg nach Wolfartsweier geplantZu unserem Kernthema Mobilität gehört ganz besonders der Bau des Radweges entlang der L623 zwischen Grünwettersbach und Wolfartsweier, der für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wichtig ist. Bei zahlreichen Ortschaftsrats-Sitzung wurde das Thema, auch aufgrund unserer Anträge, seit über 10 Jahren behandelt. Das Planungsverfahren wurde im Jahre 2020 abgeschlossen. Wir hoffen, dass das komplizierte Bauverfahren "Bewehrte Erde" zügig vorangebracht und nicht weiter verzögert wird. Das Ausgleichsverfahren für den Naturschutz und das Genehmigungsverfahren wird noch circa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Der Baubeginn ist für das Jahr 2023 geplant. Für die Sicherheit des weiter zunehmenden Radverkehrs zwischen Grünwettersbach und Wolfartsweier sehen wir den Radweg, auch in dieser aufwendigen und teuren Variante, als unverzichtbar an. Vom Land Baden-Württemberg gibt es eine Bau- und Finanzierungszusage.

Bedauerlich finden wir, dass entlang der L 623 von Palmbach in Richtung Langensteinbach beim Straßenneuausbau im Jahre 2019 kein Radweg gebaut wurde. Dieser wäre bis zu den Aussiedlerhöfen Steinig wichtig gewesen. Die Möglichkeit mit einem kleinen Umweg durch die Aussiedlerhöfe und Feldwege nach Langensteinbach zu fahren, wird von Familien und "Sonntagsfahrer" genutzt. Radfahrer die täglich zu ihrem Arbeitsplatz oder auch zur Schule fahren, benutzen den direkten Weg, auf der jetzt gut ausgebauten L 623. Wir haben einen Antrag zur Ausschilderung einer sicheren Radwegverbindung zwischen Palmbach und Langensteinbach gestellt.


Wie könnte der ÖPNV der Zukunft aussehen?

Zukunftsvisionen: Stadtbahn-Planungen in der Region

Um das Angebot im öffentlichen Nahverkehr zu steigern, prüft das Land Baden-Württemberg seit 2019 die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken. Dies betrifft auch ehemalige Bahnlinien in Karlsruhe, Ettlingen, Straubenhardt sowie in verschiedenen Hardtgemeinden. Hiervon könnte auch die ehemalige Kleinbahn Pforzheim - Ittersbach, (auch Ittersbacher Bähnle genannt) in Teilen betroffen sein. Diese fuhr bis August 1968 zwischen Langensteinbach - Ittersbach - Straubenhardt - Keltern - Birkenfeld und Pforzheim.  Aktuell wird im Enzkreis über eine neue Stadtbahnlinie von Langensteinbach nach Keltern oder Straubenhardt und weiter über die Wilferdinger Höhe durch die Pforzheimer Innenstadt diskutiert. Hierzu gibt es Anträge der örtlichen CDU-Orts- und Kreisverbände. Siehe Presseberichte vom November 2019: BNN und Pforzheimer Kurier sowie Bericht im Mühlacker Tagblatt.

Die BNN berichtete am 24. Februar 2020 über Bestrebungen der CDU-Verbände der Hardt für eine neue Stadtbahnlinie von Jöhlingen über Weingarten, Stutensee, KIT-Nord nach Eggenstein.

Am 22.07.2020 berichtet das Badische Tagblatt über die Machbarkeitsstudie einer Stadtbahnverbindung von Rastatt ins Ettlinger Zentrum. In den BNN vom 09.07.2021 wird über die fortschreitenden Planungen berichtet: Um den Ettlinger Westen künftig besser an den ÖPNV anzubinden, soll das alte Industriegleis vom Bahnhof Ettlingen-West zum Erbprinz für die Stadtbahnen wiederbelebt werden. Derzeit verkehren dort nur Güterzüge. So sei vorgesehen, die Stadtbahn von Rastatt nicht nur über den Bahnhof Ettlingen-West weiter zum Karlsruher Hauptbahnhof zu führen, sondern mit einer Schleife an die alte Strecke hoch ins Ettlinger Zentrum anzubinden und von dort aus weiter nach Ittersbach zu fahren.

Außerdem soll in Karlsruhe die ehemalige Bahnstrecke zwischen Neureut, Mühlburg und Hauptbahnhof wieder in Betrieb gehen. Siehe Bericht auf www.landkreis-Karlsruhe.de. Am 04.08.2021 berichtet die BNN dass die frühere Hardtbahn in zwei Schritten wieder reaktiviert werden soll. Die Fahrzeit vom Hauptbahnhof nach Neureut würde sich auf 18 Minuten verkürzen. Außerdem ist geplant die Hardtbahn, um ca. 7 km von Hochstetten bis Graben-Neudorf zu verlängern. Es kann dann ein Stadtbahnring Hauptbahnhof - Mühlburg - Neureut - Graben-Neudorf - Friedrichtal - Karlsruhe entstehen.

Vom KVV wird außerdem der Streckenneubau vom Hauptbahnhof zur neuen Messe in Rheinstetten untersucht. Ab 12. Dezember 2021 wird die neue Linienführung der Tram 1 in Durlach-Turmberg beginnen und bis Neureut-Heide verlaufen. Es ist geplant die "Nordstadtbahn" von Neureut-Heide bis Kirchfeld-Nord zu verlängern.

 

Zukunftsvisionen Bergdörfer: Neue Stadtbahnlinien oder ÖPNV-Seilbahn?

Zukunftsvision: Stadtbahn nach PalmbachMittelfristig sollte für die Karlsruher Bergdörfer ein neues ÖPNV-Konzept entwickelt werden, um alle östlichen Stadtteile schneller und zuverlässiger an den Schienenverkehr der Innenstadt anzuschließen.

Hierbei sollen folgende Maßnahmen auf ihre Machbarkeit geprüft werden:

  1. Neue Stadtbahnlinie zwischen Zündhütle - Wolfartsweier und Ettlingen.  Diese Planungen sind bereits im Nahverkehrsplan 2014 enthalten. Auch im neuen Flächennutzungsplan 2030 wurde die Linienführung durch Wolfartsweier nach Ettlingen aufgenommen und eingezeichnet. Diese Stadtbahnlinie könnte ab dem Zündhütle über die Wolfartsweierer Brücke, als schnelle Verbindung in die Innenstadt verlängert werden.

  2. Zusätzlich zur Verbindung nach Ettlingen halten wir eine neue Stadtbahnverbindung vom Zündhütle durch das Killisfeld und über die Wolfartsweierer Brücke mit Anschluss an die Südostbahn beim Oststadtkreisel für sinnvoll. Diese schnelle Bahn-Verbindung in die Innenstadt sollte beim geplanten Ausbau der Wolfartsweierer Brücke geprüft werden. Diese Strecke kann mit der vorgesehenen Stadtbahnlinie nach Ettlingen verknüpft werden.

  3. Straßenbahnlinie vom Zündhütle in die Höhenstadtteile
    Dieser Vorschlag ist bereits im Nahverkehrsplan 2014 enthalten. Auch im neuen Flächennutzungsplan 2030 ist die mögliche Stadtbahnlinie von Wolfartsweier nach Palmbach aufgenommen und eingezeichnet. Zu prüfen wäre hier, ob diese angedachte Stadtbahnlinie im Bereich Waldbronn-Reichenbach oder Karlsbad-Langensteinbach an die Stadtbahn S11 oder in Pfinztal-Kleinsteinbach an die S5 angeschlossen werden kann. So würde ein Lückenschluss in den Landkreis entstehen und es wäre eine bessere Auslastung durch einen Rundkurs möglich. Nach unserer Einschätzung wird die Planung und Genehmigung einer Stadtbahnlinie von Wolfartsweier in die Höhenstadtteile Jahrzehnte dauern.  Außerdem wird sie sehr schwer zu verwirklichen sein, was sich aktuell auch bei der Radwegeplanung zwischen Wolfartsweier und Grünwettersbach zeigt.
     
  4. ÖPNV-Seilbahn in die HöhenstadtteileNahverkehr der Zukunft: ÖPNV-Seilbahn?
    Diese Maßnahme ist in der KVV-Netzkonzeption 2020/2030 als alternative ÖPNV-Verbindungen bis nach Palmbach angedacht.
    Im Verkehrsministerium Baden-Württemberg wurde 2018 eine ÖPNV-Seilbahn-Studie für Baden-Württemberg erarbeitet und vorgestellt. Für die Stadt Stuttgart sollen in einem Pilotprojekt die Möglichkeiten für eine Seilbahn untersucht werden. Link: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/seilbahn-studie-fuer-baden-wuerttemberg-vorgestellt-1/.
    In Fachberichten ist zu lesen, dass eine ÖPNV-Seilbahn bei Planung, Flächenverbrauch, Umweltaspekten, Baukosten und Unterhaltung, bei gleichem Fahrgastaufkommen besser abschneidet, als der Bau einer neuen Stadtbahnlinie. 
    Am KIT - Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) [Puhe, Maike (Projektleitung); Max Reichenbach] wurde hierzu die Studie „Hoch hinaus in Baden-Württemberg: Machbarkeit, Chancen und Hemmnisse urbaner Luftseilbahnen“ erarbeitet und veröffentlicht. Link: https://www.deutschernahverkehrstag.de/rueckblick/vortragsarchiv/#tab-id-23

Wie bekommen wir unsere Vorschläge beim KVV umgesetzt?

Wir sind der Meinung, dass alle Zukunftsvisionen auf ihre Machbarkeit geprüft werden müssen. Das Ziel der Stadt Karlsruhe soll es sein, den ÖPNV so zu gestalten, dass er für PKW-Fahrer zu einer realistischen Alternative wird, um schneller und pünktlicher in die Innenstadt zu gelangen. Nur ein gut ausgebauter, schneller und attraktiver Personennahverkehr kann Autofahrer überzeugen, auf Bus und Bahn umzusteigen.

Die von uns genannten Buslinien-Ergänzungen sollen in die nächste Fortschreibung des Karlsruher Nahverkehrsplans aufgenommen werden.

Wir haben in den letzten Wochen, das im Jahre 2019 erstellt ÖPNV-Konzept für die Karlsruher Bergdörfer überarbeitet und den aktuellen und kommenden Gegebenheiten (U-Strab-Eröffnung) angepasst.

2019 hatten wir im Ortschaftsrat angeregt, einen „Runden Tisch“ mit Vertretern von ÖPNV-Verkehrsplanern und Vertretern des Ortschaftsrates zu diesem Themenkomplex einzurichten. In diesen Planungsprozess sollten die Ortschaftsräte aus Stupferich, Hohenwettersbach, Wolfartsweier und Durlach (Bergwald) mit eingebunden werden. Außerdem soll der Bedarf in den Nachbarorten Pfinztal, Karlsbad und Waldbronn ermittelt werden. Unsere Vorschläge haben wir im November 2019 über die Ortsverwaltung Wettersbach bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) zu Prüfung eingereicht.
Zu Jahresbeginn 2020 hatten wir auf einen Gesprächstermin mit den Fraktionsvorsitzenden des Wettersbacher Ortschaftsrates und den zuständigen Verkehrsplanern des KVV und der VBK gehofft. Dieser Termin kam wegen der beginnenden Corona-Krise nicht mehr zustande. Leider gab es bis heute keine Gespräche mit dem KVV oder den Verkehrsbetrieben.

Im Oktober 2019 hatten wir auch bei einer interkommunalen CDU-Sitzung der Fraktionsvorsitzenden einen ersten Austausch mit den CDU-Ortschaftsratsfraktionen aus Stupferich, Hohenwettersbach, Wolfartsweier und Wettersbach sowie den CDU-Gemeinderatsfraktionen aus Pfinztal, Karlsbad und Waldbronn.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir wollen weiterhin mit Bürgerinnen und Bürgern im Bereich der Karlsruher Höhenstadtteile ins Gespräch kommen und unser Konzept diskutieren. Hier freuen wir uns über weitere Vorschläge und Anregungen.

Uns ist bewusst, dass sämtliche Maßnahmen im ÖPNV auch mit der Aufwendung finanzieller Mittel verbunden sind. Wenn jedoch bestehende Strukturen optimiert werden, führt dies gleichermaßen zu einem effektiveren Einsatz aufgewendeter Mittel und zur besseren Erreichung der Klimaschutzziele.

Unsere Forderungen wollen wir weiter ausarbeiten und von Verkehrsfachleuten prüfen lassen, damit wir beim jetzt anstehenden Ausbau des ÖPNV, fertige Konzepte in der Schublade haben. Daher werden wir kurzfristig über den Ortschaftsrat Wettersbach, mit der Stadtverwaltung und dem KVV, bzw. den VBK ins Gespräch gehen.

(Roland Jourdan, 02.10.2021)


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Weitere Links:

Bus 118 von Durlach-Zündhütle zum SRH-Klinikum Karlsbad

Eine weitere Verbesserung beim ÖPNV: Seit Juni 2019 fährt die Linie 118, von Durlach-Zündhütle kommend, nachmittags auch das SRH-Klinikum in Karlsbad-Langensteinbach an.