Antrag der CDU/FW-Fraktion

Betreff:  Öffentlicher Personennahverkehr – Antrag Kurzstreckentarif/Kurzstreckentickets

Sehr geehrter Herr Ortsvorsteher Frank,

der Ortschaftsrat Wettersbach möge folgenden Beschluss fassen: „Der Ortschaftsrat Wettersbach beauftragt die Ortsverwaltung Wettersbach sich bei der Stadtverwaltung Karlsruhe und beim KVV dafür einzusetzen, dass kurzfristig ‚Kurzstrecken-Tickets‘ als Ersatz für die wegfallende Kurzstrecken-App „ticket2go“, stadtweit eingeführt werden.“

Begründung:

Wie in der Presse zu lesen war, stellt die Betreibergesellschaft den Betrieb der App „ticket2go“ zum 14.12.2019 landesweit ein. Ein neuer E-Tarif soll beim KVV erst zur kommenden Tarifstrukturreform in einigen Jahren eingeführt werden. Zahlreiche Fahrgäste aus dem Bereich der Höhenstadtteile nutzen zurzeit diese App, um preisgünstiger kurze Strecken im Bereich der Höhenstadtteile zurückzulegen.

In unseren Höhenstadtteilen gibt es nur ein eingeschränktes Angebot bei der Nahversorgung. Dinge für den täglichen Bedarf sind oft nur im Nachbarstadtteil zu bekommen. Gelegenheitsbenutzer des ÖPNV und Fahrgäste ohne Monatskarte müssen für diese kurzen Fahrten zukünftig einen relativ hohen Fahrpreis bezahlen, was dann von der Benutzung der Busse abhält. Stadtweit gibt es noch viele weitere Gründe für einen Kurzstreckentarif.

Wir halten es daher für angebracht kurzfristig „Kurzstrecken-Tickets“ einzuführen, wie sie auch in anderen Verkehrsverbünden und Städten angeboten werden. Beispielgebend möchten wir hier Stuttgart (1,40 € - 3 Haltestellen), Pforzheim (1,60 € - 3 Haltestellen) und seit 01.08.2019 Freiburg (1,50 € - 3 Haltestellen) nennen. Diese Tickets können dort am Automaten und beim Fahrer gekauft werden. Bereits heute bietet der KVV eine Kinder-Karte für 1,50 € an, die hierfür für Erwachsene genutzt werden könnte.

Ein solches Ticket soll auch ein Anreiz sein, mehr Menschen zum Umsteigen auf Bus und Bahn zu bewegen. Damit lassen sich zusätzliche Fahrgäste gewinnen. Das Kurzstreckenticket wäre auch ein „Einstiegsangebot“ für Menschen, die spontan den ÖPNV nutzen wollen. Gerade die Gelegenheitsfahrer und mögliche Neukunden sind nicht mit jeder modernen ÖPNV-App ausgestattet, dieser Kundenkreis möchte sich die Fahrscheine bei Bedarf kaufen.

Daher möge die Stadt Karlsruhe als Gesellschafter der KVV GmbH darauf hinwirken, dass zumindest im Stadtgebiet von Karlsruhe ein Kurzstreckentarif eingeführt wird.

gez. Roland Jourdan, Fraktionsvorsitzender