Wie sieht der "ÖPNV der Zukunft" in Wettersbach und in unserer Region aus?

Busverbindungen in die Südoststadt und zur S5 nach Kleinsteinbach sinnvolle Ergänzung

KVV Fahrkarten Verkaufsstelle Edeka-Piston Karlsruhe-Palmbach(Update 07.12.2019)

Neue Fahrkarten-Verkaufsstelle in Palmbach

Aktuelle Meldung: Wir freuen uns, dass unser Antrag im Ortschaftsrat Wettersbach Erfolg hatte. Ab sofort sind im Edeka-Markt Piston in Palmbach alle KVV-Fahrkarten erhältlich.
Dieser neue Service kommt den gesamten Bergdörfern zugute.
https://www.kvv.de/fahrkarten/fahrkarten-preise.html


Mobilität der Zukunft

Wir leben in bewegten Zeiten. Mobilität als allgemeines Bedürfnis stellt uns aktuell vor erhebliche Herausforderungen, insbesondere durch die geografische Lage unserer Stadtteile am Karlsruher Autobahndreieck. Die Verkehrsbelastung spielt in unseren beiden Ortschaften ein zentrales Thema, für welche wir als Ortschaftsratsfraktion Lösungen suchen. Palmbach und Grünwettersbach werden maßgeblich durch die L623 geprägt, die durch unser Wettersbach führt. Neben dem reinen Anliegerverkehr besteht die Herausforderung, bestmögliche Lösungen für den Durchgangsverkehr sowie den Autobahnumgehungsverkehr zu finden.

Die CDU/FW-Ortschaftsratsfraktion hat sich intensiv mit der Zukunft unserer Stadtteile Palmbach und Grünwettersbach beschäftigt und ein Zukunftspapier „Wettersbach 2030“ erstellt. In diesem Papier ist das Thema „Verkehrsentlastung durch besseren ÖPNV“ eines der Hauptthemen, welches wir hier ausführlich beschreiben. Zum Thema Verkehrsbelastung wegen der Autobahnbaustelle auf der BAB 8 haben wir ebenfalls Anträge gestellt. (Siehe Rubrik "Antrage und Anfragen")

Reduzierung der Verkehrsbelastung

Bus 47 an der Haltestelle Palmbach-Kirche in Richtung HauptbahnhofDie Reduzierung des individuellen Personenverkehrs und den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs sehen wir, nicht erst seit der öffentlichen Diskussion um den Klimawandel, als eine politische Aufgabe mit Vorrang an. Die Hauptaufgabe ist in der Erarbeitung von Lösungen zur Reduzierung der Verkehrsbelastung in unseren Ortsdurchfahrten zu sehen. Hierzu haben wir seit mehreren Jahren zahlreiche Anträge im Ortschaftsrat gestellt, die vom Rat auch beschlossen wurden. Bei einem Fahrzeugbestand von über 7.000 Fahrzeugen in Wettersbach und insgesamt rund 11.500 Fahrzeugen in den Bergdörfern verursachen wir täglich 40.000 bis 60.000 eigene Fahrzeugbewegungen im Bereich unserer Höhenstadtteile. Diese Anzahl an Fahrten können nach unserer Meinung durch zukünftige neue Verkehrskonzepte reduziert werden.

Mit der Umsetzung unserer Anträge wollen wir einen Beitrag zur Mobilitätswende leisten. Wir streben zur Verkehrsminderung neue Verkehrskonzepte für die Karlsruher Höhenstadtteile an, hierzu ist bspw. ein neues Verkehrsentwicklungskonzept zu erstellen.

Mit der Erarbeitung eines Mobilitätsknotens, also der Vernetzung aller Verkehrsmittel, wollen wir unser Ziel, eine Verkehrsminderung des ortseigenen PKW-Verkehrs, erreichen. So soll zukünftig nicht jeder auf sein eigenes Fahrzeug angewiesen sein. Wir wollen es den ca. 16.500 Einwohnern (7.500 Haushalte) in den Karlsruher Bergdörfern leichter machen, dass sie auf ihr Auto verzichten können.

Selbstverständlich unterstützen wir auch den Ausbau des ÖPNV in unseren benachbarten Landkreisgemeinden nach Karlsruhe. Wenn dort durch einen besseren ÖPNV die Bus- und Bahnverbindungen nach Karlsruhe mehr genutzt werden, verringert sich ebenfalls der Autoverkehr durch unsere Höhenstadtteile.

Neue ÖPNV-Konzepte gefordert

Als Mittelpunkt dieses Mobilitätsknotens sehen wir die Entwicklung eines effektiveren öffentlichen Personennahverkehrs. Nach dem Motto „vorbei am Stau“ setzen wir uns für einen gut ausgebauten, zuverlässigeren und pünktlicheren Personennahverkehr mit Zukunftsvisionen, insbesondere für die Verbindungen in die Innenstadt, ein. Verbesserte Verbindungen animieren die Bürger am ehesten, auf Bus und Bahn umzusteigen. Günstige Preise sehen wir daher als wichtig, aber zweitrangig an. Ein 365,- € Jahrestickes für das gesamten KVV-Netz halten wir für Schüler und Auszubildende sowie für Rentner für richtig.

Bushaltestelle Durlach - ZündhütleIm Ortschaftsrat haben wir Anfang 2019 die Erarbeitung von Konzepten beantragt, um eine zuverlässige und pünktliche ÖPNV-Verbindung zwischen Wettersbach bzw. den Höhenstadtteilen und der Innenstadt zu erreichen. Es wird heute für Wettersbach in der Hauptverkehrszeit ein 10-Minuten-Takt zur Haltestelle „Zündhütle“ und ein 20-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof, mit Weiterführung als Linie 55 bis "Kühler Krug" angeboten. Auf der Südtangente kommt es jedoch während den Hauptverkehrszeiten fast täglich zu Stauungen, was zu Verspätungen im Linienverkehr der Buslinien 44 und 47 führt. Dies hat zur Folge, dass Fahrgäste Anschlüsse am Hauptbahnhof und im städtischen Nahverkehrsnetz verpassen und dadurch verspätet zum Arbeitsplatz oder zur Schule kommen. Auch die Anschlüsse am Umsteigeknoten Zündhütle funktionieren dann nicht.

Abgesehen von den aktuellen Baustellen, wird für die nächsten Jahre eine Zunahme des LKW- und PKW-Verkehrs von circa 30% prognostiziert, was dauerhafte Verkehrsbehinderungen auch auf der Südtangente zur Folge haben wird. Dann wird der heutige ÖPNV in der Hauptverkehrszeit nicht mehr funktionieren. Gleichzeitig sollen, durch neue Wohnbaugebiete, die Einwohnerzahlen der Karlsruher Höhenstadtteile um ca. 2.250 neue Einwohner wachsen (siehe FNP 2030).

Bei unserem Antrag haben wir verschiedene Punkte zusammengetragen, die in den neuen Konzepten auf ihre Machbarkeit geprüft werden sollen.

Schnelle Busverbindung in die Innenstadt

Zur kurzfristigen Umsetzung schlagen wir folgende Maßnahmen vor:

Ausschnitt KVV Liniennetzplan Bus und Schiene 12/2018Busspuren an der Südtangente

Einrichtung einer Busspur auf der Südtangente in Fahrtrichtung Pfalz, zwischen der Ausfahrt Nr. 1 Wolfartsweierer Straße und Ausfahrt Nr. 2 Hauptbahnhof, auf dem bestehenden Standstreifen. Diese dann circa ein Kilometer lange Busspur sollte bei Stau für den ÖPNV freigegeben werden. Der nach unserer Ansicht am stärksten betroffene Streckenabschnitt könnte so kurzfristig entlastet werden. Trotz der schmalen Standspur halten wir bei Stau eine Busspur mit einer Freigabe bis 40 km/h für sinnvoll. Dies wird bereits in anderen Städten umgesetzt.
Insgesamt soll die gesamte Bus-Linienstrecke der Südtangente zur Verwirklichung von Busspuren in beide Richtungen geprüft werden. In weiteren Ortschaftsräten der Höhenstadtteile wurde ebenfalls die Prüfung von Busspuren an der Südtangente gefordert.

Busverbindung Zündhütle - Killisfeld - Südoststadt

Eine weitere Forderung ist die Schaffung einer zweiten Buslinie in die Innenstadt, da nicht alle Fahrgäste in Richtung Hauptbahnhof fahren müssen. Diese wäre durch eine Verlängerung der Buslinie 47A vom Zündhütle bis Gottesauer Platz oder Durlacher Tor relativ einfach zu realisieren. Die Linie 47A verkehrt als Verdichtungstakt zur Hauptverkehrszeit zwischen Waldbronn / Palmbach und der Haltestelle „Durlach-Zündhütle“.
Hier schlagen wir zwei Varianten zur Prüfung vor:
Variante 1:
Verlängerung Buslinie 47A vom Zündhütle durch das Industriegebietes Killisfeld / Ottostraße und weiter über die Wolfartsweier Brücke zur WolfartsweiererStraße / Ludwig-Erhard-Allee beim Oststadtkreisel bis zum Gottesauer Platz oder Durlacher Tor. Wir haben zahlreiche Meldungen von Einwohnern, die im Industriegebiet Killisfeld / Ottostraße arbeiten. Das Industriegebiet Killisfeld ist von den Bergdörfern mit dem ÖPNV bisher nicht direkt erreichbar.

Variante 2: Als Schnellbus über die Südtangente und Wolfartsweier Brücke, dann der Linienführung der Buslinie 42 folgend, mit Anschluss an die Stadtbahnhaltestellen Wolfartsweier Straße und Gottesauer Platz oder Durlacher Tor. Dieser Vorschlag hat den Nachteil, dass das Industriegebiet Killisfeld nicht an die Bergdörfer angeschlossen ist, jedoch ein schneller Anschluß zur Südostbahn und zur Innenstadt besteht.

Beide Varianten haben den Vorteil, dass der Bereich Wolfartsweierer Straße / Ludwig-Erhard-Allee beim Oststadtkreisel mit dem ÖPNV erreicht werden kann. Mit dem Wachsen der neuen Südoststadt gibt es in diesem Bereich immer mehr Arbeitnehmer aus den östlichen Stadtteilen, die heute umständlich über den Hauptbahnhof fahren müssen. Wegen des steigenden Bedarfs im Bereich Südoststadt sehen wir eine Verlängerung der Taktverdichtungslinie 47A für sinnvoll an. Die Betriebszeiten nur zu den Hauptverkehrszeiten (so wie heute) sollten anfangs ausreichen.
Im Bereich des Otto-Dullenkopf-Parkes / Oststadtkreisel soll in ein paar Jahren auch die Kraichtalbahn S31/S32 in das städtische Netz eingeschleift werden. Dann entstehen dort neue Verbindungen.

Verlängerung der Buslinie 47 von Stupferich bis Bahnhof Kleinsteinbach

Wichtig ist uns die Verlängerung der Buslinie 47 von Stupferich bis Bahnhof Kleinsteinbach, mit Anbindung an die Stadtbahn S5 nach Pforzheim. Aufgrund unserer Lage am östlichen Stadtrand gibt es bei uns viele Einwohner die im Enzkreis und in Pforzheim ihre Arbeitsplätze haben. Bisher muss umständlich über KA-Hbf. oder Bhf. Durlach in Richtung Pforzheim gefahren werden. Viele Bürger benutzen auch bis Durlach Bahnhof ihren PKW und steigen dann in die Bahn um. 

Von der Haltestelle „Stupferich Rathaus“ bis Bahnhof Kleinsteinbach ist es nur eine Strecke von 4 KM, bzw. 5 Fahrminuten. Wir halten eine Linienverlängerung nur bis zum Kreisverkehr in Pfinztal - Kleinsteinbach für ausreichend, da so die Probleme mit dem beschrankten Bahnübergang  umgangen werden können. Diese Anbindung würde bspw. ab Grünwettersbach bei der Fahrt mit der S5 Richtung Pforzheim einen Zeitvorteil von ca. 36 bis 42 Minuten  bringen. Die Verbindung nach Pforzheim wäre ab Grünwettersbach auch 20 Minuten schneller, als die Fahrt mit der Linie 47 und dem Interregioexpress (IRE1) über den Hauptbahnhof oder auch gleichschnell wie mit dem eigenen PKW zum Bahnhof Durlach und dann mit dem IRE1 nach Pforzheim. Selbst Fahrten von Kleinsteinbachern Bürgern von und zum Hauptbahnhof-Vorplatz liegen im interessanten Zeitbereich. Außerdem würde die Aloys-Henhöfer-Schule in Kleinsteinbach eine weitere Anbindung erhalten. Ebenso könnten Mitarbeiter der Firma PI Physik Insrumente und den weiteren Firmen in Stupferich, Palmbach und Grünwettersbach aus dem Enzkreis kommend, von der neuen Verbindung profitieren. Wir sehen daher für diese Linienverlängerung großes Potential.

Von Kleinsteinbacher Bürgern wurde auch die Anbindung des Hammerwerkes zwischen Söllingen und Kleinsteinbach (dort befindet sich der Edeka-Markt) gewünscht. Ob dies evtl. auch mit dem Langensteinbacher Bus 152 möglich ist, müsste von Seiten der Gemeinde Pfinztal geprüft werden.

Weitere Verbesserungen und Ergänzungen

Wir halten außerdem folgende Verbesserungen im Busliniennetz für wichtig:

  1. Durchgehender 20-Minutentakt der Linie 47 in den Abendstunden sowie am Wochenende ganztags.
    Wir wurden immer wieder auf den ungeliebten 20 / 40 - Minuten-Takt angesprochen. Da man in der verkehrsarmen Zeit innerhalb von 15 Minuten mit dem PKW von der Innenstadt nach Palmbach fahren kann, gewinnt man mit diesem Angebot keine neuen ÖPNV-Kunden. Im Zeichen der Verkehrswende sollte hier nachgelegt werden.
  2. Zusätzliche Schnellbusfahrten über die Ortsumgehung Wolfartsweier (Linie 47X).
    Ergänzungen morgens und auch auf den Heimfahrten zum Feierabendverkehr
  3. Taktverdichtung der Buslinie 107 nach Ettlingen (20/30-Minuten-Takt).
    Auch von den Höhenstadtteilen kommend, steigen viele Fahrgäste nach Ettlingen um. Hier könnten mit einem durchgehenden 20 oder 30 Minuten-Takt zusätzliche Fahrgäste gewonnen werden. Auch samstags und sonntags sollte die Linie einen dichteren Takt haben. Die jetzige Taktung macht für Autofahrer keinen Sinn in den Bus nach Ettlingen zu wechseln.
  4. Anbindung des P+M-Platzes am Autobahnanschluss Karlsbad an das Busnetz (Gemarkung Stupferich).
    Wir wurden von mehreren Wettersbacher Bürgern angesprochen, die mit dem PKW den Autobahnparkplatz ansteuern, um sich dort abholen zu lassen. Eine direkte Fußweg- oder Fahrradverbindung von Palmbach kommend, ist dort nicht vorhanden. Mit einer Bushaltestelle am P+M-Platz (auf Gemarkung Stupferich) würde ein Mobilitätsknoten entstehen, an dem der örtliche PKW-Verkehr und der Autobahnverkehr mit dem ÖPNV vernetzt werden.  Da dieser Parkplatz in naher Zukunft ausgebaut und wesentlich vergrößert wird, könnte hier bereits auswärtige PKW-Fahrer mit Fahrziel Innenstadt zum Umstieg in den ÖPNV eingeladen werden.
  5. Verknüpfung der Palmbacher Buslinien mit der Waldbronner Linie 115
    Leider wurde die Waldbronner Buslinie 117 (AVG), die zwischen Reichenbach/Busenbach und Grünwettersbach verkehrte, nach zwölf Monaten Probebetrieb im Dezember 2018 eingestellt, da sich die Gemeinde Waldbronn von der Mitfinanzierung zurückzog. Von Seiten der Karlsruher Bergdörfer besteht hauptsächlich Bedarf von und zum Rathausmarkt Waldbronn sowie zur Albtherme und zur Kurklinik.
    Zurzeit entsteht in Waldbronn zwischen Rathausmarkt und Ortsende Richtung Palmbach das neue Wohngebiet Rück 2 mit Hotel, Senioreneinrichtungen, KiTa und zusammen mit dem Aldi-Gelände Wohnraum für über 800 neue Einwohner. Daher würde es Sinn machen, den Rathausmarkt direkt über die Karlsruher Höhenstadtteile an das Karlsruher Busnetz anzubinden und den neuen Einwohnern von Anfang an eine Busanbindung anzubieten. Die Linie 47A könnte hierzu in Richtung nach Waldbronn-Rathausmarkt verlängert werden. Es sollte zumindest diese kleine Lösung mit einer Anbindung des Rathausmarktes sowie der Albtherme und des SRH Gesundheitszenrums (Kurklinik), mit Anschluss an die Waldbronner Buslinie zur Hauptverkehrszeit angeboten werden.
  6. Erhalt und Ausbau der Buslinie 118 nach Langensteinbach
    Die Buslinie 118 (AVG-Linie) läuft seit Dezember 2017 im Probebetrieb. Im Dezember 2018 wurde sie bis zum Zündhütle verlängert. Diese Buslinie sollte ganztags mit Fahrten zum SRH-Klinikum Karlsbad - Langensteinbach ergänzt werden, damit die Linie auch für berufliche Fahrten genutzt werden kann. Bisher wird nur nachmittags das Klinikum angefahren. Im Bereich des Klinikums arbeiten über 1.000 Menschen, viele davon aus dem Raum Karlsruhe. Auch die geplante Erweiterung der Firma PI - Physik Instrumente GmbH mit dann bis zu 1.000 Arbeitsplätzen wird weiteren Bedarf für Karlsbad, Waldbronn und Pfinztal mit sich bringen.
  7. Einführung eines Kurzstreckentarifes, bzw. eines Kurzstreckenticket in Karlsruhe
    Hier sehen wir in den Höhenstadtteilen einen großen Bedarf für Gelegenheitsfahrer, zum Beispiel zum Einkaufen innerhalb unserer Stadtteile. Wir haben hierzu einen Antrag im Ortschaftsrat gestellt, der im Sommer/Herbst 2019 an zwei Sitzungen behandelt und einstimmig beschlossen wurde. Wie in anderen südwestdeutschen Städten sollte eine Kurzstreckentarif für die ganze Stadt Karlsruhe eingeführt werden. Beispiel: Drei oder vier Haltestellen, ohne die Einstiegshaltestelle, zu einem Preis von 1,50 € für spontanes fahren.
  8. Beschleunigungsprogramm für alle Buslinien
    Aufgrund der starken Verkehrszunahme und der Ausweisung von zahlreichen Tempo 30-Zonen schaffen es die Busse oft nicht, den Fahrplan einzuhalten. Daher sollen alle Beschleunigungsmöglichkeiten wie Busampeln, Busvorrangschaltungen an den Ampelkreuzungen an der A8-Ausfahrt Karlsbad, mögliches Halteverbot an engen Stellen der Ortsdurchfahrten sowie Rechts-vor-Links-Regelungen geprüft werden.

ÖPNV der Zukunft

Busspuren – Straßenbahn - Seilbahn

Mittelfristig sollte für die Karlsruher Bergdörfer ein neues ÖPNV-Konzept entwickelt werden, um alle östlichen Stadtteile schneller und zuverlässiger an die Innenstadt anzuschließen.

Hierbei sollen folgende Maßnahmen auf ihre Machbarkeit geprüft werden:

  1. Verwirklichung von Busspuren oder Busstraßen zwischen Zündhütle und Innenstadt in beide Richtungen.
  2. Neue Stadtbahnlinie vom Zündhütle durch das Killisfeld und über die Wolfartsweierer Brücke mit Anschluss an die Südostbahn beim Oststadtkreisel. Diese Maßnahme ist besonders beim geplanten Ausbau der Wolfartsweierer Brücke zu prüfen. Dieser Streckenabschnitt könnte mit der angedachten Stadtbahnlinie von Ettlingen nach Wolfartsweier verknüpft werden.
  3. Straßenbahnlinie in die Höhenstadtteile. Diese ist bereits im Nahverkehrsplan 2014 enthalten. Zu prüfen wäre hier, ob die neue Linie im Bereich Waldbronn-Reichenbach oder Karlsbad-Langensteinbach an die Stadtbahn S11 oder in Pfinztal-Kleinsteinbach an die S5 angeschlossen werden kann. So würde eine Lückenschluss in den Landkreis entstehen und es wäre eine bessere Auslastung durch einen Rundkurs möglich. Nach unserer Einschätzung wird eine Stadtbahnlinie von Wolfartsweier in die Höhenstadtteile schwer zu verwirklichen sein, was sich aktuell auch bei der Radwegeplanung zwischen Wolfartsweier und Grünwettersbach zeigt.
    Aktuell wird auch im Enzkreis über eine neue Stadtbahnlinie von Langensteinbach nach Keltern oder Straubenhardt und weiter über die Wilferdinger Höhe durch die Pforzheimer Innenstadt diskutiert. Siehe Presseberichte vom November 2019: BNN und Pforzheimer Kurier sowie Bericht im Mühlacker Tagblatt.
  4. ÖPNV-Seilbahn in die Höhenstadtteile. Diese Maßnahme ist in der KVV-Netzkonzeption 2020/2030 als alternative ÖPNV-Verbindungen bis nach Palmbach angedacht.
    Im Verkehrsministerium Baden-Württemberg wurde 2018 eine ÖPNV-Seilbahn-Studie für Baden-Württemberg erarbeitet und vorgestellt. Für die Stadt Stuttgart sollen in einem Pilotprojekt die Möglichkeiten für eine Seilbahn untersucht werden. Link: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/seilbahn-studie-fuer-baden-wuerttemberg-vorgestellt-1/.
    In Fachberichten ist zu lesen, dass eine ÖPNV-Seilbahn bei Planung, Flächenverbrauch, Umweltaspekten, Baukosten und Unterhaltung, bei gleichem Fahrgastaufkommen besser abschneidet, als der Bau einer neuen Stadtbahnlinie. 
    Am KIT - Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) [Puhe, Maike (Projektleitung); Max Reichenbach] wurde hierzu die Studie „Hoch hinaus in Baden-Württemberg: Machbarkeit, Chancen und Hemmnisse urbaner Luftseilbahnen“ erarbeitet und veröffentlicht. Link: https://www.deutschernahverkehrstag.de/fileadmin/documents/praesentationen/2018/DNT2018_Praesentation_Reichenbach.pdf

KIT  Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Puhe, Maike (Projektleitung); Max Reichenbach Seilbahn-Studie - Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

Wir sind der Meinung, dass alle Zukunftsvisionen auf ihre Machbarkeit geprüft werden müssen. Das Ziel der Stadt Karlsruhe soll es sein, den ÖPNV so zu gestalten, dass er für PKW-Fahrer, die ansonsten täglich im Stau stehen, zu einer realistischen Alternative wird, um schneller und pünktlicher in die Innenstadt zu gelangen. Nur ein gut ausgebauter, schneller und attraktiver Personennahverkehr kann Autofahrer überzeugen, auf Bus und Bahn umzusteigen.

Wir haben daher auch angeregt, einen „Runden Tisch“ mit Vertretern von ÖPNV-Verkehrsplanern und Vertretern des Ortschaftsrates zu diesem Themenkomplex einzurichten. In diesen Planungsprozess sollen die Ortschaftsräte aus Stupferich, Hohenwettersbach, Wolfartsweier und Durlach (Bergwald) mit eingebunden werden. Außerdem sollte der Bedarf in den Nachbarorten Pfinztal, Karlsbad und Waldbronn ermittelt werden. Unsere Vorschläge haben wir im November 2019 über die Ortsverwaltung Wettersbach bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) zu Prüfung eingereicht.

Mobilitätsknoten

In einem weiteren Antrag fordert der Ortschaftsrat Wettersbach, einen Mobilitätsknoten in den Höhenstadtteilen zu entwickeln und zahlreiche Punkte für ein neues Verkehrskonzept zu prüfen und zu beurteilen. Bei der Erstellung eines Entwicklungskonzeptes für einen Mobilitätskonten in den Höhenstadtteilen sind, ergänzend zu einem ausgebauten ÖPNV, folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Radwegeausbau, hier ist im Besonderen der Radweg zwischen Grünwettersbach und Wolfartsweier wichtig. Der Radverkehr wird mit der weiteren Verbreitung von E-Bikes zunehmen.
  • Anschluss des P+M-Autobahnparkplatzes zwischen Stupferich und Palmbach an das Busliniennetz
  • Neue P+R Parkplätze, um Pendlern aus dem Landkreis den Umstieg in den ÖPNV in die Innenstadt zu erleichtern
  • Kurzstreckentarife innerhalb der Karlsruher Höhenstadtteile, bzw. für die ganze Stadt Karlsruhe
  • Fahrkartenautomaten in allen Stadtteilen
  • Car-Sharing-Stationen in jedem Stadtteil (bspw. Stadtmobil)
  • „On-Demand-Verkehre“, mit einer App bestellbare fünfsitzige Kleinbusse, wie zur Zeit in Ettlingen getestet
  • Anschlüsse der außenliegenden Wohngebiete an das Hauptbusnetz
  • Konzepte für bessere Seniorenmobilität
  • Ladestationen für E-Mobile in allen Stadtteilen und Umsteigeparkplätzen
  • Rad- und Fußweg entlang der Talstraße, am Ortsausgang von Palmbach (bei PI) bis zum P+M Platz.
  • Leihfahrrad-Stationen (auch mit E-Bike) in allen Bergdörfern
  • Ladestationen für E-Bikes
  • Auch die für Karlsruhe für das „Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg“ bestellten elektrisch-betriebenen Minibusse könnten in unserer Region getestet werden.

Hier wird der Radweg nach Wolfartsweier geplantZu unserem Kernthema Mobilität gehört ganz besonders der Bau des Radweges zwischen Grünwettersbach und Wolfartsweier, der für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wichtig ist. Bei der Ortschaftsratssitzung am 02.04.2019 wurde das Thema aufgrund unseres Antrages wieder behandelt. Das Planungsverfahren läuft und muss nun schnell abgeschlossen werden, damit der Radweg endlich realisiert wird. Wir hoffen, dass das komplizierte Bauverfahren "Bewehrte Erde" zügig vorangebracht und nicht weiter verzögert wird. Für die Sicherheit des weiter zunehmenden Radverkehrs zwischen Grünwettersbach und Wolfartsweier sehen wir den Radweg, auch in dieser aufwendigen Variante, als unverzichtbar an.

Uns ist bewusst, dass sämtliche Maßnahmen im ÖPNV auch mit der Aufwendung finanzieller Mittel verbunden sind. Hier sind dann finanzielle Förderungen von Stadt, Land und Bund an die Verkehrsunternehmen nötig. Wenn jedoch bestehende Strukturen optimiert werden, führt dies gleichermaßen zu einem effektiveren Einsatz aufgewendeter Mittel und zur besseren Erreichung der Klimaschutzziele.

Im Oktober 2019 hatten wir bei einer interkommunalen CDU-Sitzung der Fraktionsvorsitzenden einen ersten Austausch mit den CDU-Ortschaftsratsfraktionen aus Stupferich, Hohenwettersbach, Wolfartsweier und Wettersbach sowie den CDU-Gemeinderatsfraktionen aus Pfinztal, Karlsbad und Waldbronn. Wir wollen nun mit Bürgern im Bereich der Karlsruher Höhenstadtteile weiter ins Gespräch kommen und diese Vorschläge diskutieren. Hier freuen wir uns über weitere Vorschläge und Anregungen. Mit den Ergebnissen werden wir dann über den Ortschaftsrat Wettersbach mit der Stadtverwaltung, dem Gemeinderat und dem KVV, bzw. den VBK ins Gespräch gehen.

(Roland Jourdan)


Weitere Links:

Bus 118 von Durlach-Zündhütle zum SRH-Klinikum Karlsbad

Eine weitere Verbessung beim ÖPNV: Seit Juni 2019 fährt die Linie 118, von Durlach-Zündhütle kommend, nachmittags auch das SRH-Klinikum in Karlsbad-Langensteinbach an.